Sonntag, 14.01.2018

Coldsnap – heute Morgen musste das komplette Auto frei gekratzt werden, der Reifen sah optisch ganz ok aus. Dann war ich kaum bis zur Hauptstraße gelangt, als die Warnleuchte anging und mir das Auto sagte „Check Tire Pressure“. Also bin ich in eher langsamen Tempo bis zur Ranch gefahren.

Dort business as usual: wir haben gefüttert, Pferde reingeholt, geputzt, treatments erledigt und alle Gamaschen und Seile gewaschen.

Als Linda kam, haben wir mit einer Theorie Session im Studio begonnen. Eins der Topics war der Unterschied von „LET the horse run“ und „ALLOW the horse to run“ – der Teufel liegt im Detail. Ich konnte fast nicht so schnell schreiben, wie ich gern Notizen gemacht hätte. Mein Lieblingszitat von Linda heute „comfort is very critical to a horse and the release has to be harmony in the end”!

Um 11:30h haben wir die Pferde gesattelt und sind zum Playground gegangen, Highland durfte frei mitlaufen und ist nur so hin und her geflogen, immer schön nah an den anderen vorbei! Da ist man gleich doppelt so froh ein introvertiertes Pferd zu haben, das in diesem Fall einfach wie angewurzelt steht und während ihm fast die Augen aus dem Kopf fallen ;-). Möchte mir gar nicht vorstellen, wie saucool der kleine Leo das finden würde und wäre nicht sicher, ob das Lasso dann lang genug wäre….

Wie ihr sicher bemerkt habt, habe ich vorgestern leider fälschlicher Weise die LB-Strategie für den armen Ready zum Warmup verwendet, indem ich auf dem Playground zu den Obstacles gegangen bin. Heute hab ich das besser geplant und (take the time it takes) bin einfach nur umher geschlendert, bis er sich entspannt hat.

Dann haben wir ein wenig die Füße bewegt am Seil, bevor ich getrenst habe und aufgestiegen bin. Von heute gibt es glücklicherweise ein paar Fotos und Videos, weil Eef und Annemarie im Golfcard dabei waren und das übernommen haben.

Wie vorgestern war der Schritt ziemlich klemmig. Also bin ich am langen Zügel so lange in Lindas Arena geritten, bis das besser wurde. Ich habe ihn nur dann kurz zurückgelenkt, wenn Ready die Arena verlassen hat und aufs Gras abgebogen war. Dann haben wir das Gleiche im Trab gemacht. Ich habe ihm ERLAUBT das Tempo im Trab zu wählen, und bin einfach ohne nach etwas zu fragen in Harmonie mit ihm geblieben. Nur wenn er durchpariert hat, was lediglich zweimal passiert ist, habe ich ihn einfach wieder angetrabt.

Heute hat er deutlich schneller losgelassen und ist freely forwards gelaufen. Dann habe ich angefangen die Zügel zu nehmen, was zu sofortigem langsamer werden und Hals einknicken geführt hat. Ich habe einfach so lange immer wieder Zügel langsam genommen und dabei mm-weise wieder rausrutschen lassen, ohne darüber nachzudenken ihn einzurahmen, durchs Genick reiten zu wollen, oder geschweige denn zu lenken, bis er angefangen hat, den Kontakt zu suchen, statt ihm auszuweichen und dabei vorwärts zu gehen und nicht zu bremsen.

Linda war zwischenzeitlich schon mit ihrem zweiten Pferd Highland fertig, hat uns aber noch eine Demo zum „flexion rein“ mit ihm gegeben. Die meisten anderen sind danach zurück Richtung Stall, ich bin noch geblieben, weil ich gern noch sehen wollte, ob ich es hinbekomme, dass Ready abschnaubt. Ich war positiv überrascht, dass es für ihn ok war, dass alle anderen gegangen sind - bis auf Rachel, die noch eine Runde auf dem Playground gedreht hat.

Keine drei Tritte nachdem ich angetrabt war, war das Abschnauben da :-). Also habe ich durchpariert, bin zu Rachel geritten und mit ihr zurück zum Stall. Wir haben die Pferde versorgt, ich habe schnell noch die eine Hälfte der Ställe gemistet, weil wir schon 1 Std später wieder los gefahren sind zu unserem nächsten Field Trip.

Es ging zu Janice Dulak, die gern Lindas Sattel ausprobieren wollte und eine spooky corner, oder eher gesagt kurze Seite in ihrer Arena hat und das gern beheben wollte.

Zunächst ist Janice in Lindas Sattel geritten, dann wollte sie ihr Pferd gern nochmal sehen und Linda ist ihn geritten. Danach haben sie nochmal zu ihrem jetzigen Sattel zurück gewechselt, aber nicht lange. Ruby hat sofort gesagt, er will so nicht laufen, ging nicht mehr vorwärts, die Tritte wurden kurz und laut und während er vorher anstandslos an besagter kurzer Seite vorbeiging, gab es jetzt einen großen Spuk!

Also haben sie nochmal zurück zu Lindas Sattel gewechselt und jetzt war die Änderung fast noch offensichtlicher. Außerdem ging er wieder mehrfach an der kurzen Seite vorbei ohne auch nur nach den Büschen zu schauen. Hmmmmmm – how interesting!

Zurück in LindaLand haben wir die Pferde gefüttert und noch eine kurze Nachbesprechung im Studio gemacht und nochmal Videos angesehen, die Amy am Nachmittag gemacht hat.

Ich hatte gerade vor, mal wieder Luft in meinen Reifen zu pusten, um die Heimreise anzutreten, als Linda mir einfach ihr Auto zur Verfügung gestellt hat bis morgen. Einfach total unkompliziert und großartig! Ich glaube niemand, der sie je persönlich kennengelernt hat, wird jemals etwas Böses über sie sagen.

Da ich den kompletten Tag nur einen Bagel gegessen habe, habe ich heute Abend gekocht: Zwiebeln, Ingwer, Zucchini, Kichererbsen und Tomaten mit chinesischen Eiernudeln gewürzt mit rotem Thai Curry – MJAM! Jae hat es versucht, aber fand es nicht essbar, aber Ralph fand mein Essen sehr lecker und hat mir Gesellschaft geleistet!

Dann habe ich noch schnell heiß geduscht und zack, es ist 22h, ich pack mich jetzt auf meine Heizdecke und lese noch ein paar Seiten in meinem „Das Geheimnis der unsichtbaren Hilfen“-Buch. Over and out für heute!