Freitag, 12.01.2018

Heute Treffen der Barn-Crew um 7:30h, ich habe mit Rachel Futter zubereitet, während andere Pferde rein geholt oder Wasser aufgefüllt haben. Wir hatten alle Pferde sauber und alle treatments erledigt bis 8:45h :-). ….. und das obwohl Dylano und Apollo eine Dusche brauchten, weil sie sich dermaßen im Dreck gewälzt haben, dass man die ursprüngliche Farbe fast nicht erkennen konnte.

Als Linda kam hat sie mit Jazz, Amy mit Tyson, Rachel mit Fergi und ich mit Ready begonnen. Mein Plan: im den Playground zeigen, sehen wo seine thresholds sind, ihn ein wenig online bewegen und dann reiten if possible.

Kleine Zwischenanmerkung: ich hatte letzt ein Gespräch mit Eef darüber, dass wenn man in Europa ein Pferd als reitbar bezeichnet, man meint, man kann es S / T / G auf jeder Hand reiten und es ist das gewöhnt. Hier bedeutet ridable im schlechtesten Fall „es war schon mal jemand oben und ist nicht beim Versuch verstorben“, aber es sagt, absolut nichts darüber aus, WANN zuletzt jemand den Versuch gestartet hat, WELCHE Gangarten das Pferd mit Reiter kennt und wie häufig in seinem Leben überhaupt jemand geritten ist. Das bringt uns direkt zu Parelli Principle Nr. 2: „Don‘t make or teach assumptions“!

Ready ist ein feiner Kerl, feingliedrig, feines sehr weiches Fell und wenig davon, sehr zurückhaltend, stets sehr bemüht – RBI. Ich habe zwei Gang runter geschaltet und bin mit ihm umhergeschlendert, so dass er gehen UND sich umsehen konnte.

 Als er die Wippe gesehen hat, sind ihm schon fast die Augen aus dem Kopf gefallen, aber mit 3-4 Stopps konnten wir bis dorthin gelangen. Ich habe mich dann drauf gestellt und es sehr langsam einmal wippen lassen und sofort war Ready am Ende des 7 Meter Seils mit weit aufgerissenen Augen und dollem Schnorcheln. Also haben wir Approach und Retreat gespielt bis ich ein wenig wippen konnte, und er nur leicht gezuckt hat, aber stehen bleiben konnte. Zu keiner Zeit hat er versucht sich los zu reißen um zu fliehen oder sowas, sondern immer den Kontakt zu mir gesucht. What a good boy.

Danach wollte ich ihn ein bisschen seine Füße bewegen lassen, aber typisch introvertiert ging das nur sehr bedingt, langsam und sehr wenig Runden bevor er wieder zu mir kommen wollte. Ich habe dann entschieden, dass das für mich reitbar aussieht, getrenst und bin mit ihm zu einem Baum zum Aufsteigen gegangen. Puh das war auch erst nicht möglich, ich war zu hoch und zu unbekannt, aber auch hier, hat es nur ein wenig mehr Zeit gebraucht (die man übrigens nicht mit etwas TUN sondern mit WARTEN verbringt), bis er gesagt hat, ich darf aufsteigen.

Er ist ein Vollblut von der Rennbahn, ist Rennen gelaufen bis er 4 Jahre alt war, danach war er Vielseitigkeitspferd – all das kann man sich nicht vorstellen, wenn man aufgesessen ist. Der Rücken verschwindet nach unten, der Hals bekommt 57 Gelenke und zieht sich ein, wie bei einer Schildkröte, Beine bewegen sich sehr langsam und choppy, sehr kurze, festgehaltene Tritte, wie ein Pony.

Ich habe beschlossen ihm zu vertrauen und die Zügel ganz lang zu lassen, das macht den Hals wieder länger, und der Kopf ist ganz weit oben. So bin ich erst etwas im l-a-n-g-samen Schritt umhergeritten. Habe dann beschlossen die black arena zu wählen, weil es ein für ihn überschaubarer Bereich ist und Rachel mit seiner Kumpeline Fergi dort war. Im Trab war es dann fast noch schlimmer mit dem Gang – aber er hat immerhin die Gangart gehalten. Also habe ich immer mal wieder nach mehr vorwärts gefragt, ihn dann wieder in Ruhe gelassen, dann wieder gefragt, und ihn Ruhe gelassen und so weiter, bis sich endlich mal die Beine bis zu den Schultern bewegt haben. Dann wurden die Tritte nach und nach länger, der Hals und Kopf kam tiefer und er hat abgeschnaubt.

Zunächst hat jeder Handwechsel zu erneutem starken Festhalten geführt, weil er befürchtet hat, dass ich die Zügel benutze, aber bald war ihm klar, dass ich das nicht tue und er blieb relaxed. Biegung und Rippen bewegen ist eine andere Sache die nur im mm-Bereich möglich war. Interestingly enough war  er am Ende nur nass geschwitzt von Mitte Hals bis Mitte Sattel, der Rest war trocken und ich war sehr zufrieden, dass wir, nach einigen Pausen in denen auch der Schritt deutlich besser war, wieder zurück in einen vorwärts Trab kamen.

Zur Belohnung habe ich zurück zum Stall geführt, es gab eine Dusche und er durfte zurück auf die Koppel. Wir haben Tyson noch mit zu Ready und Fergi gestellt und es war ähnlich unspektakulär, wie diese beiden zusammen zu tun. Kurzes Schnuppern, keiner quiescht, alles im Lot.

Es fing leicht an zu nieseln, aber Rachel hat zu Eef und mir gesagt, wir wären die „englisch Arena riding girls“ – das wäre ja wohl kein Regen. Also gut, Rachel hat Dylano und ich Apollo geschnappt und wir sind mit den beiden wieder zum Playground gelaufen. Ich hatte gerade ein paar point ot points im Trab begonnen, als der Regen langsam aber sicher stärker wurde und ich mich erst mal unter einem Baum gestellt habe und Rachel zugerufen, sie soll bitte nicht vergessen, dass Dylano auch aus Europa kommt und ich nicht sicher bin, wie regenfest er ist :-)!

Sie wollte mir gerade antworten, als es so richtig anfing zu schütten und sie lieber zu mir unter den Baum kam. Die Pferde standen wie zwei begossene Pudel neben uns. So haben wir vielleicht 10 min verbracht, dann wurde der Regen etwas besser, und Rachel fragt „wollen wir jetzt reiten, oder lieber schnell zurück zum Stall“? Wir laufen los, die Pferde brav neben uns her und kommen gerade eben unter dem Dach im Stall an, als es das nächste mal beginnt, wie aus Eimern zu schütten.

Zum Glück war es ca. 20 Grad warm, so dass wir nur sehr nass, aber nicht auch noch sehr kalt waren.

Wir haben dann beschlossen zu Dish zum Lunch zu gehen und haben dort, besser hätte man es nicht verabreden können, wenn man es gewollt hätte, Amy B. und das Springteam von gestern getroffen. So haben wir alle einen Tisch geteilt und ein nettes Essen gehabt. Da Dish um die Ecke bei Jae liegt, konnte ich danach nochmal kurz „heim“ fahren und trockene Sachen anziehen. Um 16h haben wir uns alle wieder im Stall getroffen, Pferde raus gebracht, gemistet, gefüttert und alles für morgen abgesprochen!

Morgen werden wir Amy B. bei einem Vielseitigkeits-Turnier unterstützen. Das Wetter ist sonnig vorher gesagt, aber wir werden einen „coldsnap“ haben, heißt, ab morgen ist es nur noch halb so warm, wie die letzten Tage – 10-12Grad tags und nachts um die Null!