März 2012

Hallo Freunde!

Also man hat mir ausgerichtet, dass meine kleine Geschichte mächtig viel Begeisterung ausgelöst hat. Da dachte ich, erzähle ich euch mal, wie es mir so ergangen ist, seitdem.

Also die beiden Blondinen sind immer noch am Start. Ich hatte anfangs ja ein bisschen Bedenken, dass es mit denen beiden so ist, wie es mit Menschen bisher immer war, gerade, wenn man sich an die gewöhnt hat, sind sie auch schon wieder weg. Sie haben auch das eine oder andere Mal wieder versucht, sich auf mich zu setzen, das war soweit ok, aber es kommen bei mir eben immer wieder diese alten schlechten Erinnerungen hoch und dann bin ich praktisch nicht mehr ich selber, bekomme diese Angstzustände und fühle mich wie gelähmt. Die beiden scheinen das aber nach wie vor super zu verstehen.

Wir haben also viel am Boden gemacht, mit Bällen, Planen und Vorhängen, damit kann ich jetzt umgehen und mein Vertrauen wächst.

Auch mein Sportprogramm wurde erweitert. Ich kann jetzt Slalom um so kleine blaue Dinger laufen und am Seil, ohne mich umzudrehen, über Cavalettis traben und galoppieren.

Außerdem haben die Blondinen mir ein sensationelles Spiel beigebracht. Ich habe zwar keine Ahnung, wie die Menschen das nennen, aber es löst jede Blockade in mir! Anfangs mußten sie noch mit diesem Stab mit dem Seil dran auf den Boden hauen, dann bin ich ganz schnell zu ihnen gelaufen, inzwischen reicht es, wenn sie sich leicht nach vorne beugen, mir ein bißchen auf den Arsch schielen und meinen Namen rufen. So renne ich voller Freude von einer Blondine zur anderen und die beiden sind begeistert!

Neulich passiert mir eine echt unglaubliche Geschichte:

Ich habe ein Kumpel, der steht in der Box neben mir und hat jahrelang Dressursport gemacht. Jetzt ist er schon sehr alt (und weise), mit dem gehe ich und meine Blondine immer spazieren. Ich gehe sehr gerne spazieren und gucke mich um, das liegt mir. Ich höre immer das hat irgendetwas mit rechts und links und oben und unten zu tun, keine Ahnung, was das bedeutet.

Eines Tages haben wir noch eine Stute mit ihrem Menschen mitgenommen. Die Sache war mir von Anfang an nicht geheuer. Als wir schon fast wieder zu Hause waren, also noch so 100m vom Stall weg, hat die Stute einen Löwen in einer Hecke entdeckt und ist zur Seite gehüpft, ich dann natürlich auch, worauf sie sich wieder erschrocken hat und dann ist mir das Ganze zu viel geworden, ich habe auf „Flucht“ geschaltet und war weg, über den Acker in Richtung Heimat. Ich stürze also los, auf einmal spüre ich Blicke von hinten, da guckt mir meine Blondine auf den Arsch und ruft meinen Namen. Instinktiv werfe ich mich rum und laufe auf sie zu. Ich meine wir haben das Monate geübt und sie hat mir ja immer zu verstehen gegeben, dass sie als Alpha Tier voll tauglich ist. Ich denke also, sie hat das Problem mit dem Löwen im Griff und ich bin bei ihr sicherer als alleine auf der Flucht! Ich stehe also vor ihr, sie schiebt mir eine Karotte in den Mund und ich denke: „Lasse, alles richtig gemacht.“

Da war aber immer noch der Löwe in der Hecke, die Stute war inzwischen mit ihrem Menschen weiter gegangen und mein Kumpel hat den Löwen inzwischen auch bemerkt. Unsere beiden Menschen sind aber ganz ruhig geblieben und so sind wir alle zusammen zu Hause angekommen. Gar kein Problem Freunde!

So, jetzt muß ich Schluß machen, der nette Mann mit dem Heu kommt.

Am Wochenende werde ich einen Lehrgang besuchen, was immer das heißen mag, ich werde euch davon berichten.

Euer Lasse