"Versuche, wenn du das Pferd
in irgendeiner Weise bedienst,

zu erfühlen, wie du auf es einwirkst,

und was es dann von dir will.

Wenn du zunächst auf seinen Willen

einschwenkst, wird es später auch

auf deinen Willen einschwenken!"
(Prof. Paul Tholey)

19.11.2010

Susan und ich sind heute zum ersten von drei Tagen Kurs mit Linda Parelli „Game of Contact“ ins Parelli Center gefahren. Ich habe sogar einige der Leute getroffen, mit denen ich die sechs Wochen dort verbracht habe, schön sie wieder zu sehen!

Der Kurs hat im 9h mit einer Powerpoint-Präsentation von Linda im Classroom begonnen. Gegen 12h sind wir nach draußen gewechselt und haben mit ein paar Mensch-zu-Mensch Simulationen zum Kontakt und zum ‚engagierten‘ Sitz gespielt, die sehr interessant waren.

Danach hat Linda mit ihrem neuen Pferd West Point ihr Konzept gezeigt. West Point ist ein Weltmeyer Sohn, der 6 jährig als super talentiertes Dressurpferd richtig teuer in die USA verkauft wurde und immer „billiger“ wurde weil er, durch sein Training, immer extremere Probleme mit der Anlehnung bekam, bis er schließlich bei Parelli gelandet ist, weil er für die Dressur nicht mehr zu gebrauchen war. Er ist jetzt erst 9 Jahre alt! Zwischenzeitlich ist er super online, at liberty und Freestyle (ohne Kontakt und sogar komplett ohne Trense) zu reiten. Es hat außerdem einige Zeit gebraucht, bis er die Trense jetzt freiwillig und selbstständig nimmt und akzeptiert – nicht toleriert! Aber sobald man in Kontakt mit dem Zügel geht holen ihn die Dämonen seiner Vergangenheit ein – er macht akrobatische Dinge mit seiner Zunge! Es war eine sehr interessante Vorstellung und faszinierende Umwandlung des Verhaltens von West Point.

Nach der Mittagspause kamen 8 ausgewählte Reiter mit ihren Pferden  in die Arena. Von dem Reiter, der noch nie mit Kontakt am Zügel geritten ist, bis zu einer Silbermedaillen-Gewinnerin mit einem Pferd, das extrem mit den Lippen ploppt und Zähnen knirscht, war alles dabei. Linda hat mit jedem nacheinander so lange geübt, bis jeder zwei-, dreimal gefühlt hat, wohin es führen soll – für alle Zuschauer ist jeweils eine deutlich sichtbare Veränderung beim Pferd passiert!

Es wurde gerade dunkel, als Susan und ich nach 9 Stunden erstem Kurstag unsere Sachen gepackt haben. Ich  bin super gespannt auf die nächsten beiden Tage, mein Gehirn macht gerade 1000 Umdrehungen die Minute!