"Versuche, wenn du das Pferd
in irgendeiner Weise bedienst,

zu erfühlen, wie du auf es einwirkst,

und was es dann von dir will.

Wenn du zunächst auf seinen Willen

einschwenkst, wird es später auch

auf deinen Willen einschwenken!"
(Prof. Paul Tholey)

Sa 22.02.2014

Ausschlafen bis 8h und dann erst mal etwas Skype zum Frühstück. Den Vormittag habe ich wg Nieselregen am Computer verbracht. Um 2h war es wieder sonnig und wir haben uns in Lindas Barn Studio getroffen und Goal-Boards gemacht. Ihr wollt auch ein machen? Los geht’s: schreibt euren Namen oben in eine Email, darunter, auf einer Skala von 1-10 eure Fähigkeiten als 1) Pferde Ausbilder 2) Reiter 3) Lehrer, darunter eure langfristigen Ziele, darunter in 4 „Becher“ die heißen Talent, Skills, Try, Luck zu wieviel Prozent sie in eurem Fall jeweils gefüllt sind und zum Schluss eure kurz- bis mittelfristigen Ziele! Schickt mir das, ich bin gespannt!

Wir haben das für uns alle besprochen. Es ist ein guter Überblick auch für Linda, wer gern an was arbeiten möchte. Mir hat sie sie ein paar spannende Dinge verordnet – ihr werdet sehen! Danach haben wir noch eine Nachbesprechung der letzten beiden Tage gemacht. Danach sind Sarah, Ryan und ich geritten und Linda hat uns gecoached. Lob an mich: “you have a very nice feeling for the right tempo” und “horse training goes really well”. Nachdem es also beim Pferdetraining nix anzumerken gab (doppel-freu), hat sie mir geholfen an meiner Haltung zu arbeiten, was cool war. So konnte ich die Schritt Pausen, die Rhem brauchte prima nutzen.

Morgen früh reiten wir auch :-)!

Nach dem Abduschen habe ich wieder die Abendversorgung der Pferde übernommen. Immer wenn ich damit fertig bin Mist wegzufahren, Heu zu füttern, Wassereimer aufzufüllen und alles wieder zu kehren bin ich doppelt froh, dass ich das zu Hause nicht machen muss, sondern dass ich die Zeit mit meinen Pferden nutzen kann.

Als Schmankerl des Tages: Linda hat einen interessanten Artikel über „Emotional Fitness“ geschrieben, aus dem ich hier ein paar Dinge weitergeben möchte. Sie schreibt darin über drei primäre Gefühle: Angst, Anspannung und Frustration.

KÖRPERSPRACHE von

Angst – scheuen, wegrennen, durchgehen, große Auge und Nüstern, hoher Kopf, schnelle oder starre Ohren, Ohren zu Seite mit verworfenem Genick, übermäßiges Schwitzen, eingeklemmter Schweif, steigen, explosives bocken.

Anspannung – fester Rücken, kurze abgehackte Tritte, erhobener Kopf, verspannter Schweif, verspannte Lippen, Ohren anlegen, klapperndes Maul, Schwitzen an ungewöhnlichen Stellen, Widersetzlichkeit, Schlauchgeräusche (kommt von einem verpannten Bauch), erhöhte Herzrate, geringe Toleranz

Frustration – Kopfschlagen, head shaking, Zähne knirschen, Zunge raushängen, Schaum am Maul, offenes Maul, pinselnder Schweif, angelegte Ohren, bocken, verweigern vorwärts zu gehen, geringe Toleranz, weben, Lippen poppen, und andere Stall-Untugenden.

TRIGGER dieser Emotionen sind

Angst – Es gibt zwei primäre Trigger: Raubtierverhalten und das Gefühl in der Falle zu sein. Pferde achten auf Anzeichen von Rautierverhalten wie: anschleichen, jagen, plötzliche Geräusche oder Bewegungen, Aggression oder erhöhte Energie. In menschlicher Umgebung können Fallen Dinge sein wie: ein Stall, ein Anhänger, ein Ständer, angebunden sein, Restriktion durch ein Halfter, Seil, Zaumzeug (und natürlich Schlaufzügel, enge Nasenriemen, Martingals) und natürlich den Sattelgurt.

Anspannung – ist das erste Stadium von Angst. Pferde werden angespannt, wenn sie unsicher sind, unter Druck, gezwungen werden, zurückgehalten oder unterdrückt durch Training.

Frustration – Frustration kommt im Pferd hoch, wenn es keinen Komfort finden kann. Deshalb ist es so effektiv Pferde mit Druck und dem Weglassen des Drucks zu trainieren. Man kreiiert etwas Unkomfortables, indem man Druck ausübt (mit dem Schenkel, Sitz oder Hand) und sofort nachlässt, wenn das Pferd wie gewünscht reagiert. Wenn man unklar ist, zu langsam oder dauerhaften Druck ausübt, wird das Pferd frustriert. Sie wissen dann nicht, was sie tun könnem, sie können die Antwort nicht finden, sie können den Druck nicht loswerden.

TO DOS

Angst – Hinterhand weichenlassen mit einem Zügel (für Kontrolle), Absteigen, gib ihm eine Aufgabe (tu den Fuß auf etwas) nutze die “You Better Run!“- Technik am Boden, um Adrenalin abzubauen, reite in einem kleinen Zirkel vorwärts bis dein Pferd langsamer werden möchte .

Anspannung – Werde langsamer, mache die Dinge für dein Pferd einfacher, gib häufigere oder längere Pausen, sein geduldiger und beständig. Sorge dafür, dass du vorwärts reitest und dein Pferd nicht zurück hältst. Nutze den “Relax Rein” oder “Partial Disengagements” in Übergängen um dem Pferd zu helfen sich zu entspannen.

Frustration – Gib mehr Freiheit, nutze “Zero Brace”, verbessere dein Gefühl und Timing, verzichte auf restriktierendes Equipment, sei kreativ in deinem Trainingsansatz.

Hinweis: bezüglich Horsenalities ist Anspannung mehr ein Rechtsgehirnhälftiges Problem, während Frustration eher bei den Linksgehirnhälftigen vorkommt.