Im November 2014 habe ich im Slovakischen Nationalgestüt unter ungefähr 40 -50 jungen Pferden meine Stute ausgewählt und sie noch 4 Monate dort gelassen, damit sie von Profis angeritten wird. Im darauffolgenden März habe ich sie probe geritten und es fühlte sich gut an, jedenfalls so, wie man es von einem jungen Pferd erwartet. Ich habe sie also mit nach Hause genommen.

 

Dann fingen die Probleme an. Die Kleine war wild, abweisend, panisch. Man konnte kaum ein Halfter anziehen und wenn es einmal ab war, ließ sie sich nicht mehr fangen. Hufe geben, Fehlanzeige, sogar Trittgefahr. Putzen nur unter Spannung. Satteln mit großer Spannung und Zittern. Trensen ging überhaupt nicht, das Pferd schoss rückwärts. Okay. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, sie muss sich erst eingewöhnen und habe versucht, mit Ruhe und Geduld an sie heran zu kommen.  Ein paar Tage später, es regnete in Strömen und ich hatte (leider) Mitleid mit der Stute, sie stand im Paddock ohne Unterstand. Ich versuchte ihr eine Regendecke anzuziehen. Es ist mir gelungen, aber als sie sich damit bewegt hat, ist sie in Panik geraten und losgerannt. Auf der Asphaltstraße ist sie dann gestürzt und hat sich sehr schwer verletzt. Nach fast 3 Monaten Klinikaufenthalt kam sie zurück und alles war schlimmer als zuvor. Zu alledem kam hinzu, dass sie richtig bösartig wurde und drohte, wenn man sie anfassen wollte. Ich hatte monatelang nur noch Bauchschmerzen und Ängste.

 

Im Februar 16  kommt Iris ins Spiel. Ich kannte sie über einen ehemaligen Verein und wusste, was sie so macht;). Gut, dass ich noch auf Ihrer Mailingliste stand, über Ihre Kurse informiert war, und so buchte ich einen Kommunikations-Kurs. All das was ich dort gehört hatte, gab mir neuen Mut und vor allem Hoffnung. Ich vereinbarte einen Termin, um ihr mein Pferd vorzustellen.

 

Bei unserem Treffen vor Ort, zeigte mein Pferd bereitwillig alle Unarten und Iris übernahm dann nach einiger Zeit das Kommando. Ich glaube, wir waren 2 Stunden zugange. Beim abschließenden Gespräch war sich Iris nicht sicher, ob sie die Stute übernehmen wollte…..

 

Sie hat es doch getan. Nach einem Stallwechsel und nochmals einem Stallwechsel (jetzt sind wir bei Iris im Stall) haben wir begonnen, das Vertrauen meiner Kleinen zu gewinnen und sie aufzubauen.

 

All das was wir mit meiner Stute gemacht haben, wie sie sich seitdem verändert hat, und was ich über Pferde und ihr Verhalten in den letzten zwei  Jahren gelernt habe, kann man gar nicht in Worte fassen. Mein Pferd ist jetzt (meistens) ausgeglichen, arbeitet und denkt mit, folgt willig und vor allem freut sich, wenn sie mich sieht. Ich kann sie überall anfassen, sie gibt brav vorausschauend alle Hufe und wir haben wieder angefangen, sie an den Sattel zu gewöhnen. Ich bin Iris für diese, im Grund so selbstverständlichen Dinge, sehr sehr dankbar.

 

Wir werden nie erfahren, was im Gestüt mit dem jungen Pferd schief gelaufen ist. Wir wissen auch nicht 100%ig ob und wann sie geritten werden kann. Iris meint, wir hätten die Hälfte des Weges hinter uns. Sie muss es ja wissen und ich vertraue ihr nur zu gerne!