"Versuche, wenn du das Pferd
in irgendeiner Weise bedienst,

zu erfühlen, wie du auf es einwirkst,

und was es dann von dir will.

Wenn du zunächst auf seinen Willen

einschwenkst, wird es später auch

auf deinen Willen einschwenken!"
(Prof. Paul Tholey)

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

Liebe auf den ersten Blick

meine Entscheidungen bei der Auswahl eines neuen Vierbeiners basieren leider nicht nur auf Vernunft.
So war es bei meinem Hund und so sollte es auch bei meiner Stute Cara sein. Als ich am 9. März 2009 in den Stall kam, wurde ich gleich auf den neuen Erdenbürger aufmerksam gemacht. Da stand sie nun in der Box und um mich war es geschehen, und dass, obwohl sie nicht das erste Fohlen in unserem Stall war.

Schon früh wurde mir bewusst – oha – die hat es in sich. Madam war immer und überall präsent. Zuerst hatte Ihre Mutter nichts mit ihr zu lachen, dann die Fohlen, mit der sie auf die Weide kam und dann …….ich.
Die negativen und mir Angst machenden Stimmen um mich herum wurden immer mehr.

Hier musste etwas passieren, aber wie??? Ich hatte einfach Bedenken, dass man hier mit den falschen Methoden viel kaputt machen kann, deshalb war ich von dem Gedanken sie zum Einreiten zu geben nicht begeistert. Mein Glück war, dass eine liebe Bekannte mich fragte, ob ich nicht Lust hätte mal mit ihr zu einem Theoretischen Seminar von Iris zu gehen. Zuerst dachte ich „viel Theorie, ohne praktischen Nutzen“. Aber ich habe mich getäuscht. Zu der Theorie kam viel praktischer Nutzen.

Ich begann im Winter 2011 mit der eigentlichen „Arbeit“ mit Cara. Sie war es zwar schon gewohnt geführt zu werden und auch Hufe zu geben (den Hufschmied hat sie von Beginn an kennen gelernt), jedoch immer nur so wie sie es wollte – oder auch nicht. Es war schon eine Herausforderung die Hinterhufe anzuheben. Das Führen jedoch klappte sehr gut. Sie lief schon immer brav mit mir mit.

Dann wollte ich mit dem Longieren anfangen – so wie man es eben in der klassischen Ausbildung macht. Da ich dies auch meinem alten beigebracht hatte, bin ich davon ausgegangen, dass es eigentlich nicht so schwer sein dürfte dies auch Cara zu vermitteln. Leider falsch gedacht.

Cara ist sehr extrovertiert und hat  einen stark ausgeprägten Go. Durch den Roundpen fliegen war kein Problem. Vielmehr das Anhalten ging gar nicht. Wo ist hier bitte die Bremse????

Da ich hier nicht mehr weiter wusste, bat ich Iris um eine Unterrichtsstunde. Sie erklärte mir erst einmal mein Pferd (jetzt wurde das in der Theorie aufgeschnappte so langsam zu einem logischen Gebilde).
Dann kam die schwerste aller Übungen (für uns beide)  – stehen bleiben und rückwärts gehen. Dazu noch Vorderhand weichen und Hinterhand weichen. Mal nur einen Schritt, mal ein paar mehr Schritte.  Wir haben geübt, sehr viel geübt. Immer und überall. Auf dem Platz, im Roundpen, wenn sie als Handpferd mitging; immer wieder habe ich die Übungen abgefragt. Ich muss zugeben, hundert Prozentig klappen sie leider bis heute noch nicht – aber wir sind auf einem guten Weg. Ich selbst ertappe mich immer wieder, dass ich Fehler machen. Daher freue ich mich auf jede Stunde mit Iris. Sie hat mir geholfen den Weg mit meinem Pferd zu gehen. Ich lerne immer mehr Cara zu verstehen, obwohl das auch für mich ein mühevoller Weg des Umdenkens ist.

Mittlerweile hat Cara die Trense an und auch der Sattel lag schon ein paarmal auf ihrem Rücken. Dies alles lässt sie ohne Probleme zu. Beim Zirkeln sind wir auch schon einen Schritt weiter. Als extrovertiertes Pferd nutzt sie immer wieder die Möglichkeit sich zu „entfalten“, d.h. die ersten zwei bis drei Runden werden gebuckelt was das Zeug hält. Danach ist sie bereit mit der Arbeit zu beginnen. Da ist er dann der „Aha-Moment“, wenn alles leicht von der Hand geht und wir beide ein „Team“ sind.

Etwas schwieriger gestaltet sich noch der Aufenthalt in der Reithalle. Wir üben dort das Stehen bleiben an der Aufsteighilfe, gewöhnen uns an die Spiegel und das Geschehen in und um die Halle herum. Leider sind wir dort nicht wie im Roundpen unter uns. Da gibt es schon den einen oder andren bösen Blick von den Mitstreitern, wenn Cara meint sie müsse sich wieder einmal vor Etwas erschrecken, oder auch Ihren Go ausleben. Aber auch das werden wir noch schaffen – wir haben ja……….I R I S !!!

Liebe Iris, vielen Dank für Deine bisher geleistete Schützenhilfe!
Du wirst uns so schnell nicht los.

Liebe Grüße
Claudia + Cara

 

 

 

 

 

 

 

 

                                   

 

 


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