"Versuche, wenn du das Pferd
in irgendeiner Weise bedienst,

zu erfühlen, wie du auf es einwirkst,

und was es dann von dir will.

Wenn du zunächst auf seinen Willen

einschwenkst, wird es später auch

auf deinen Willen einschwenken!"
(Prof. Paul Tholey)

Fr 29.01.2016

Kurze Version: Doppel-Durchbruch – und „Sie sind eingecheckt bis Frankfurt!“

Laaaaange Version:  Today was THE day! Es wird kälter, d.h. die Sonne kam wieder raus :-). Patrick kam mir trotz Heu-Frühstück auf der Koppel entgegen. Beinschlamm haben wir heute mit dem Wasserschlauch entfernt, den Rest wieder ordentlich weg geputzt – das ganze Kerlchen super sauber gemacht, denn ich wollte ihn gern besonders sauber zurück geben.

Lindas Meetings haben etwas länger gedauert, aber um 10h sind sie, Ryan und ich zum Playground gestartet. Ich habe mein Warmup am Boden geplant, was auch gut so war. Online hatte ich heute mit Patrick  sofort Go, ohne große Aktion galoppieren und travelling circlings, was durch rocken & bocken erweitert wurde. Trotzdem hatte ich er einen „squeeky belly“ – hm ;-/.

Um ihn etwas locker zu machen, wollte ich Sprünge nutzen. Die Baumstämme gingen super, aber da es unter den Bäumen noch relativ rutschig war, bin ich zu den Stangen der Dressur Arena ausgewichen. Das hat die Sache erstaunlicherweise krass erschwert.  Ich stand außerhalb der Arena und habe quasi im Zirkel die Ecke mit eingebaut, über die lange Seite rein und kurze raus und umgekehrt.

Er ist aus vollem Tempo davor stehen geblieben, dann so umständlich drüber gestiegen, dass die Stangen von den Haltern gefallen sind. HERJE! Also „cause it to be his idea“ – mein Ziel: vorwärts, über die beiden Stangen, ohne Schlauchgeräusche.  Wie? „Set it up and WAIT“! Ich habe ihn also zirkeln lassen, wenn er stehen geblieben ist, Richtungswechsel, und die einzige Stelle, an der ich ihm gesagt, habe, dass er bitte traben soll, war in der viertel Runde NACH den beiden Stangen. Ich muss zugeben, er hat Ausdauer in „resistance“. Zum Glück kam Linda vorbei und sagte „you are doing good“, ich dachte wirklich schon, ich muss meinen Rückflug verschieben ;-). Nach sicher 15-20 min immer der gleichen Wiederholung meiner- und seinerseits, ist er endlich ohne vorher langsamer zu werden oder zu stocken allerdings im Schritt über die erste Stange gestiegen – also habe ich ihn nach der zweiten direkt rein geholt.

Die Augen wurden ganz klein, leerer Blick und die Atmung war so heftig, als ob er gerade 750 Runden vollspeed gelaufen wäre – immer wieder hat er angesetzt zum Grunzen und Abschnauben, aber es ist nicht passiert.  Nach einer mittleren Ewigkeit kam er aus dem „processing“ wieder raus. Also andere Richtung. Ähnliche Sache, irgendwann hat er umgedreht und viele, viele Runden später ist er dann in einem Tempo ohne Stocken im Schritt über beide Stangen gestiegen. Ich habe ihn wieder rein geholt, und wieder war er völlig weg, immer wieder lecken, hat geschnauft wie irre und kam nicht zum Schnauben. Was auch immer er für ein Training vorher hatte – es hat definitiv Cavalettis oder Stangen beinhaltet und die sind nicht gerade in guter Erinnerung geblieben, so viel steht fest!

Nachdem ich ihn wieder losgeschickt hatte – und es hat immer noch alles ewig gedauert, bis er von „resist“ auf „respond“ geschaltetet hat - ging aber jedes Mal etwas besser, ist er sogar nach der ersten Stange freiwillig wieder angetrabt und über die zweite.  Inzwischen kam Linda dazu und die Pause lief wie alle davor, krass! Linda sagte „oh no, we should have filmed this“. Als ich ihn zur nächsten Runde los schicken konnte, hatte er „magically“ keine Schlauchgeräusche mehr! Und ging flüssig über beide Stangen – Linda sagte „I would take this“ – ok, also rein holen und Pause. Ebenso krass wie alle vorher.

Linda und ich haben beschlossen nach dieser Pause zum Reiten überzugehen. Wir haben mit „bit-isolations“ begonnen und eine neue Büchse der Pandorra geöffnet. Krasse Reaktionen, immer wieder extrem heftiges Atmen und schnauben wollen aber nicht können – aber es ging immer schneller, dass er wieder raus kam.  Nach 3 Wiederholungen bin ich aufgestiegen und habe kurz „reins mean go“ wiederholt – das hat geklappt – also gleich wieder runter, denn es war inzwischen 1:15h und Sue sollte um 2h noch eine Unterichts-Stunde mit mir haben.

Ich habe Patrick zum Stall zurück gelaufen – und guess who was already there – richtig, Sue. Wir haben ihn kurz trinken lassen und Heu fressen und uns etwas unterhalten. Dann sind wir mit dem etwas erstaunten Patrick zurück zum playground gewandert. Sie hatte gemand zum Filmen mitgebracht, damit sie das später wieder ansehen kann.

Wir haben wieder mit den Stangen begonnen, gleiches Spiel. Ich habe die ersten drei Durchgänge gezeigt, was ich gemacht habe und wie es geht. Sue war auch krass über Patricks Reaktionen entsetzt, obwohl es konstant besser wurde, Schlauchgeräusche blieben weg. In meinem dritten Durchgang ist er über die erste Stange, hat dann angefangen abzuschauen und zu prusten und ist trotzdem noch über die Zweite gestiegen. Das war sehr cool – danach war das heftige Atmen weg!

Ich habe dann an Sue übergeben und sie gecoacht, weitere Fortschritte und immer noch weit entfernt die komplette Runde traben zu können, aber die Pausen-Reaktionen wurden immer besser und milder.

Die „bit-isolations“ gingen mehr oder weniger sofort. Dann habe ich vorgeritten und „reins mean go“ erklärt – und was macht Patrick, er trägt mich im Trab zu der einen Stange und darüber. Danach erneut krasses, krasses Atmen und „a lot of processing“. Way cool!

Sue ist auch nochmal geritten, so dass  sie das nachfühlen konnte, wie es geht, und bis sie das Timing gut hatte. Dann haben wir aufgehört. Linda war nochmal runter zum Playground gekommen und hatte uns mit Amy zusammen zugesehen.Sie sagt "good job Iris" - Danke!

Ich glaube nicht, dass ich unter „normalen“ Umständen heute noch eine Session gemacht hätte, nachdem ich das erste Mal fertig war – aber ich denke genau deshalb haben wir heute echt einen richtigen Durchbruch geschafft. Right on time sozusagen, denn Patrick ist anschließend mit Sue nach Hause gefahren.

Sue war mega glücklich :-) und sagte noch, dass es sicher gut war, dass ich nicht die ganzen alten Geschichten über ihn wußte, so dass ich etwas unvoreingenommener an die Sache ran gehen konnte. Hm, ich weiß nicht, aber ist ja gut gegangen zum Glück ;-/. Auch von Sue habe ich eine Einladung, bei ihr zu wohnen ;-). Es war 16h als die beiden nach Hause gefahren sind.

Ich muss mich mit diesen armen Pferden immer wieder fragen, was zum Teufel die schon erlebt haben müssen?!

Danach hatte ich Jae versprochen, ihr ein paar Übungen mit Stangen zum Muskelaufbau, Balance, Gleichgewicht zu zeigen. Erst haben wir alles zusammen aufgebaut und dann Cloe geholt. Ich habe angefangen und hatte mal gleich „Aires above the ground“, oder fliegende Pferde. Aber relativ schnell wollte Cloe nicht, dass ich auch nochmal ausflippe und hat sich auf die Aufgabe konzentriert und dann auch richtig Gefallen daran gefunden. Na also! Auch mit Jae hat sie das dann brav nachgemacht.

Wir waren genau fertig als es dunkel wurde. Danach haben wir alle zusammen gegessen (Jae und Ralph Hotdogs – ich Suhsi ;-) ) und ein Rotweinchen dazu getrunken. Ich habe Jae noch geholfen Notizen zum Training und zu „wie es jetzt weiter geht“ zu machen.

Dann war es schon 21h – Zeit zum online check in – ihr werdet euch hoffentlich freuen, morgen Abend geht’s los – Heimflug nach Deutschland. Mit Duschen und Packen habe ich den resltichen Abend verbracht und euch jetzt noch dieses update geschrieben. Jetzt ist es hier 0:09h, ich muss ins Bett! Bei euch ist es  6:09h ihr steht schon bald wieder auf….. Zeitumstellung wird die Hölle, wenn ich zurück bin, ich weiß es jetzt schon ;-)