"Versuche, wenn du das Pferd
in irgendeiner Weise bedienst,

zu erfühlen, wie du auf es einwirkst,

und was es dann von dir will.

Wenn du zunächst auf seinen Willen

einschwenkst, wird es später auch

auf deinen Willen einschwenken!"
(Prof. Paul Tholey)

Di 26.01.2016

Wir sind um 7:30h gestartet, um um 8h bei der ersten Unterrichtsstunde von Christoph Hess als Zuschauer dabei zu sein. Der Lehrgang hatte von daher ein sehr interessantes Format als Christoph mit einem persönlichen Shuttel von Arena zu Arena gefahren wurde. So dass in diesem Fall, nicht alle Teilnehmer zu einem Stall kamen, um dort zu reiten, sondern der Lehrer zu allen Ställen seinen Schülern kam.

Zwei Unterrichtsstunden waren painful anzusehen, grauenhaftes Reiten, obwohl Christoph alles gegeben hat. Bei den restlichen waren einige interessante Herangehensweisen und Pferde dabei. Ich fand es interessant, dass wenn man das Talent der Pferde vergleicht, und auf welchem Level sie an Turnieren teilnehmen gibt es hier (in USA) einige relativ „normale“ Pferde, die aber alle Grand Prix Lektionen beherrschen, während es bei uns deutlich mehr GUTE Pferde gibt, die nie Über A Niveau hinaus kommen. HM, how interesting! Wir haben heute genau ein sehr talentiertes Pferd gesehen, das allerdings wohl die meiste Zeit seines Lebens bis jetzt in jemandes „backyard“ verbracht hat.  Es gibt auch recht viele deutsche Trainer hier in Welli-Wood.

Linda, Ryan und ich waren bis nach dem Mittagsessen die einzigen Zuschauer, die fleißig immer mit die Arenas gewechselt haben. Nachmittags kam Alissa noch dazu, die heute in Orlando angekommen ist und dann zu uns runter gefahren kam. Cool, sie wieder zu treffen!

Linda hatte die letzte Unterrichtsstunde des Tages (-lichts) von 17:15-18h. Sehr interessant war, dass zu dieser Stunde eine ganz schöne Menge Zuschauer kamen, obwohl wir der einzige Lehrgangsort waren, der etwas außerhalb der anderen lag. Als auf einmal all die Autos in den Driveway fuhren, waren wir alle relativ überrascht.

Aber natürlich waren Linda und Jazz optimal vorbereitet und überhaupt nicht gestreßt. Es war schön anzusehen, harmonisch  einfach klassisch gutes Reiten entlang der Skala der Ausbildung, mit einer sehr, sehr fundierten Basis und schon einem ziemlich guten Schwierigkeitsgrad. Schon ein bißchen ein Trauerspiel, dass das sonst niemand hin so bekommen hat.

Da es ab morgen früh mal wieder den kompletten Tag regnen soll haben wir beschlossen, heute Nacht noch nach Hause zu fahren – ist ja quasi um die Ecke, nur 4,5 Std ;-)! Also erst mal packen, alles einladen, und verabschieden. Ryan und ich waren schon wieder aus dem Haus, als wir bemerkt haben, dass die Pferde sich offensichtlich selbst aus der Koppel entlassen hatten – das Tor stand offen, oh shit!

Aber kurzes Rufen genügt und sie geben Antwort, also haben wir uns mit Handytaschenlampe auf den Weg gemacht und sie auch schnell gefunden. Angeseilt und ratz-fatz eingeladen, bevor Linda überhautp aus dem Haus kam. Ein Glück Parelli Parelli Pferde.

Um 20h hat die Heimreise begonnen, ich schreibe euch jetzt aus dem Truck, wir sind jetzt in der Nähe von Orlando, es ist 23h – und ich dachte ich nutze die Zeit.

Wenn es um Mitarbeiter-Motivation geht können sich bei Linda denke ich auch so einige Firmen was abschauen.  Alle Angestellten (und das Beispiel vor meinen Augen ist Ryan) arbeiten wirklich hart und viel, deutlich mehr, als ein „normaler Angestellter. Aber ich denke, sie mögen was sie tun und sind deshalb bereit einen außergewöhnlichen Einsatz zu bringen. Und obwohl er schon so lange für Linda arbeitet (4 Jahre) und so nah dran und mit allem vertraut ist, ist er immer noch bemüht, Dinge besser zu machen, voraus zu denken, alles bereit zu habe, hilfreich zu sein und doch im Hintergrund zu bleiben.  Ich weiß nicht, wann er heute Morgen aufgestanden ist, aber die Pferde waren komplett versorgt, bevor wir los mussten. Den kompletten Tag hatte er jede Adresse, zu der wir als nächstes mussten bereits im Navi, so dass wir immer direkt ankamen, er hat Jazz und alles vorbereitet für den Unterricht, hat das alles mit 3 Kameras gleichzeitig gefilmt, dann alles wieder ordentlich verpackt und hatte bereits angehängt und das Gefährt so gestellt, dass wir nur noch verladen und los mussten. Und natürlich hat er den Koloß den kompletten Heimweg gesteuert.

Um 0:30h sind wir kurz vor dem Regen auf der Ranch angekommen. Pferde ausladen, Gepäck aufteilen und heim. Jetzt regnet es schon recht derbe L - morgen soll es den kompletten Tag regnen.