So 24.01.2016

Nachdem ich gestern Nacht noch bis 1h einen Artikel für linda geschrieben habe (…. mehr wird noch nicht verraten) haben wir heute Morgen glücklicherweise erst um 10h begonnen.

Patrick vorher rein geholt und ordentlich sauber gemacht und mit Heu in seiner Box geparkt.

Tik kam mit zwei Pferden. Linda hat ihm zunächst mit Jazzis Hilfe den „learning tree“  vorgeführt. Manche haben sicher das Foto davon schon auf Facebook gesehen. Kurzbeschreibung: ein Seil hängt von einem Ast hinunter, dort wird das Pferd mit seinem Seil befestigt und dann z.b. auf den Zirkel geschickt. Der Mensch hat kein Seil in der Hand, das Pferd lernt also die Grenzen des Zirkels zu finden, in dem es sich bewegen kann und am losen Seil den richtigen Abstand zum Mensch einzuhalten. Vorher die Spiele zu kennen ist hilfreich ;-)

Tik ist sein Vollblut Remarkable geritten und Linda auf Jazz, der Rest von uns mit dem Golfcart hinterher ;-).  Die Änderung im Pferd, seit Dienstag, ist beachtlich! Linda hat ihm das Konzept von „steer like a boat“ gezeigt und ihn durch gecoacht – es geht immer um own the HQ.

Danach haben sie noch das Rückwärts und Seitwärts verbessert und dann mit der „Box“ geritten. Obwohl das Pferd heute bei uns fremd war, war sehr cool zu sehen wieviel calmer er bereits war, und wieviel mehr er verstanden hatte, dass er die Lösung finden kann und „release is available to him“.

Das zweite Pferd, ist ein recht gutes Springpferd. Tik sagt solange man die Zügel einfach nichts benutzt ist alles ok, aber wenn man sie nimmt, drückt er dermaßen seinen Hals nach unten durch, dass es schon fast artistisch ist. Selbstverständlich hat er bereits eine Karriere mit Schlaufzügeln hinter sich, die merkwürdiger Weise das Problem nicht gebessert haben – na sowas! Sie haben am Boden begonnen: relativ calm, nicht connected, nicht responsive. Auf den Zirkel geschickt schoss er los (und dachte weg), HH weichen ging einigermaßen, beim zurückholen bliebt er einfach stehen und hielt am Seil dagegen. Linda hat eine kleine Demo zu mehr connected gemacht und damit auch mehr responsive bekommen – LBE! Danach hat sie Tik damit gecoacht.

Als Vorbereitung zum Reiten haben sie dem Pferd dann, ebenfalls vom Boden, zuerst die Yields am Halfter erklärt, dann Bit-Isolations, dann ist Tik aufgestiegen und Linda hat ihn mit Ride the Line gecoacht. Das war alles sehr, sehr cool zu sehen, da Tik schnell verstanden hat und gut umsetzen konnte, so ließen gute Erfolge nicht lange auf sich warten!

Danach habe ich Ryan geholfen den Anhänger an den Truck zu hängen. WOW, ich lade morgen ein Foto auf Facebook hoch, damit ihr einen kleinen Eindruck bekommt vom „american way of drive“ ;-). Morgen früh geht’s nämlich nach Wellington, wo Linda am Dienstag einen Dressurlehrgang bei Christoph Hess mitreitet.

Als ich zurück zum Stall kam, war Patrick leicht aus dem Häuschen, weil Tiks Pferde zwischenzeitlich auch abgereist waren und „nur“ Pferde auf der Koppel in der Nähe waren. Seine Box war ein wüstes Durcheinander. Ich bin zu ihm rein, und wer wollte mal direkt an mir vorbei raus. OK, Reiten kann ich ja wann anders immer noch, also Halfter an, Tür auf, Patrick sprintet raus und wir beginnen mit dem „Monopoly Spiel“ (gehe zurück auf los, ziehe nicht 4.000DM ein). Er geht rückwärts zurück in seine Box, das wiederholen wir so lange, bis er WARTET während ich am langen Seil draussen stehe, bis ich ihn einen Schritt vor frage.  BUH, sowas bringt ihn echt auf die Palme! Mitnichten calm und schon gar nicht connected! Es dauert ca 20 Minuten, bis er einen Schritt nach dem anderen aus seiner Box zu mir raus macht und nicht immer wieder weiter vor geht als ich ihn frage. Unser rückwärts wird immer besser, die connection auch. Dann im Stick to me zwei Meter die Stallgasse runter und ich stoppe – er nicht! Tja, das wäre ihr Preis gewesen. Also von vorne! Wir brauchen bis aufs Gras (für ca. 8 m) insgesamt 45 min, bis er wartet solange ich stehe, geht wenn ich gehe stoppt wenn ich stoppe und nicht los zackelt. Ich beschließe es dabei zu belassen, das war „Themenabend“ genug!  Danach ist der Weg bis zu seiner Koppel ein Kinderspiel.

Ich habe schon schnell ein paar Sachen eingekauft (70$) und voll getankt (12$), dann bin ich nach Hause gefahren.

Heute habe ich übrigens zufällig auf Facebook eine Collage von Fotos mit der Entwicklung eines Pferdes mit Daten darunter (über ein paar Jahre) gesehen. Als erstes dachte ich, das hat jemand von Tierschutz gepostet, so und un- bzw. falsch bemuskelt sah Pferd aus – aber nein, es sollte den Erfolg des Trainings dokumentieren. AUTSCH! Auf meinem Merkzettel im Kopf wird aufgeschrieben: unbedingt Theorie zu „Was ist gesundes Training für mein Pferd“ und Kurs-Serie zu „Elemente der Ausbildung“ wiederholen, um mehr Augen zu schulen, damit sowas nicht im besten Wissen und Gewissen passiert.

Bonusinfo dazu: Definition von SEHR LEICHTE Arbeit = Schritt +Trab – Erholungstraining mit einer Gesamtdauer von 40-80 Minuten oder anfängliches Aufwärmen gefolgt von einem aktiven Erholungstraining mit ca. 30 Minuten Dauer; LEICHTE ARBEIT = Schritt, Trab und leichter Handgalopp – Training mit 40-80 Minuten Dauer! Mein Tierarzt sagte kürzlich zu mir: die meisten Pferde werden leider gar NICHT gearbeitet! Oder wie Pat sagt: "Most horses are over-fed and under-exercised!" (überfüttert und unterbewegt). Natürlich ist es wichtig, die Mentale und Emotionale Komponente des Trainings nicht hinter die Physische zu stellen und einen durchgeknallten Athlet zu erzeugen, was man ja gern den Sportreitern vorwirft. Aber es ist genausowenig ok, das Physische nicht zu beachten und damit einen ausgeglichenen Totalschaden zu bewirken, was man gern der Freizeit und Horsemanship Seite anlastet. ALLE 3 Kompomenten müssen im Training bedient werden!

Jetzt muss ich mal packen, wir kommen erst am Mi abends oder Do morgens wieder. Ich bin nicht sicher, ob ich euch von Welli-Wood aus updaten kann in den nächsten Tagen, wir werden sehen! Hoffe, dass ich euch zumindest ein paar Fotos posten kann.

Also dann: Over and out :-)