Mi 20.01.2016

Wenn ich heute kein Workout hatte weiß ich es auch nicht, aber bin immernoch sehr happy mit meinem derzeitigen Fitness-Zustand, und das immerhin trotzdem ich seit fast 3 Wochen „nur“ ein Pferd pro Tag habe.

9-10h Matclass Pilates bei Parelli mit Julie. Dann kurze Pause und Abreise zu Janice Dulak in die Folterkammer. Jeder von uns hatte einem personal Trainer, meiner war Heidi (Heiðrún Halldórsdóttir) aus Island, der aufgepaßt hat, dass man sich auch ja nicht schont und alle Übrungen auch richtig gemacht werden. Is e anner Sach sowas ;-). Von 11:30-12:45h haben wir unter Aufsicht an den Geräten gearbeitet.

Dann schnell zurück zur Ranch und Pferde fertig machen für 13:30h. Zum Glück hatte ich mich intuitiv für ein warmup am Boden entschieden – ich war in der black Arena und habe mit vorwärts gespielt, weil wir wieder einen „squeeky belly“ (Schlauchgeräusche) hatten. Ich habe irgendwann den Galopp bekommen und dann dort nach schneller gefragt und WOW, dann sind Patrick mal eben kurz die Sicherungen durchgebrannt! Ein Glück, dass ich nie vorwärts hatte, wenn ich aus dem Sattel danach gefragt habe. Das Tempo und die Energie haben ihn krass in den Fluchtmodus versetzt – komplett auf rechter Gehirnhälfte!

Neuer Trick: wenn man mit zwei Händen das Seil und den Gummi-Griff des Sticks zusammen festhält, kann man das Seil einfacher festhalten, wenn das Pferd los geht!  

Ich musste „you better run“ mit ihm spielen, um ihn wieder von dem ganzen Adrenalin runter zu bringen. Linda hat später gefragt, wie ich denn das gemacht hätte ;-) – sie dachte zuerst nicht, dass das Patrick sein kann, der da wie wild Furchen in die Arena gräbt, oh well …. ! Nach bestimmt fast 5 min „dead run“ hat er das erste mal wieder zu mir gefunden. Ich hab ihn dann nochmal in die andere Richtung geschickt, dann ging er sehr kurz nochmal los, hat sich aber nach 2 Runden beruhigt und dann war‘s vorbei – willkommen zurück auf linker Gehirnhälfte!

Ich bin aufgestiegen und habe ihn erst mal im Schritt über den Playground geritten, damit er wieder zu normaler Atmung kommt. Danach musste er leider nochmal das große Diskussions-Programm auspacken. Vorwärts N Ö Ö Ö Ö – klemmi, auf den Zügel stoßen, mit den Vorderfüßen aufstampfen, rückwärtsgehen – das ganze Programm. Also Zügel in einer Hand, Gerte in der anderen, und in großen langsamen dumpfen Taps Schultern, Hals, Kruppe, Röhrbein, Ohr…. antippen bis vorwärts die Antwort wird.

Leider konnten wir das nicht fertig ausdiskutieren, bevor unsere Stunde mit Heidi anfing. Entsprechend war seine Reaktion auf Energie aufnehmen = breathe in and lengthen your spine, lächeln mit allen vier Backen = engage the seat, then wrap your legs to his side – spätestens jetzt stehen wir. Es braucht ein paar deutliche Taps bis er einsieht, dass es jetzt nicht um ihn geht, sondern er „nur“ Schritt auf dem Zirkel gehen soll, weil ich mein Workout jetzt auf seinem Rücken weiter ausführe. Sein Blick sagt „kill me now – this is soooo boring“.

Entsprechend gern folgt er jeder Ablenkung, die Navi für uns zu bieten hat Sie rast heute als feuerspeiender Drache rund um dem Playground. Es gibt bei ihr heute nur zwei Modi 1. Stehen und LAUT Luft ausprusten 2. Endgeschwindigkeit. Man könnte meinen sie hatte 4 Wochen Boxenhaft – und nicht sie lebt 24/7 draußen.

Heidi und ich ignorieren das und ziehen es einfach durch, was haben wir auch für eine Wahl ;-). Jetzt hab ich nicht nur zuerst Führungspunkte verloren, weil die Diskussion nicht zu Ende geführt, sondern auch noch Beziehungspunkte für Pilates bezahlt – ARRRRGGGG! Und morgen machen wir das ganze nochmal, oh well!

Als wir fertig waren und die Feedbackrunde lief war Patrick schon äußerst genervt und ungehalten. Ich habe versucht, auch das größtenteils einfach zu ignorieren. Im Stall hat er noch eine Heuration bekommen, während ich Highland für Linda zum Playground mitgenommen habe, die Jazz geritten ist. Ich habe mich auf die Aufsteighilfe gesetzt und wollte zusehen und Highland grasen lassen – aber lasst mal ein Pferd grasen, das draußen lebt, nä! Er dachte: jetzt hab ich doch dich als mein persönliches SPA gebucht, knuddel mich hier und ja, klopf auf mein Maul, hmmmmm steck mal deine Finder in meine Ohren –oooohhhhhh ja guuuuut - tiefer - bis ins Gehirn am besten,  kratz mal mein Gesicht – mit Fingernägeln bitte, oder den Hals und oh, kann ich auf deinen Schoß bitte. Was ein guffball (Quatschkopf)! Immer wieder hat er angeboten, mich im Gegenzug auch ein wenig zu kratzen, am besten fand er – wie Lasse – meine Haare! Nase ganz tief rein, Lippe nutzen zum reinwühlen, kurz das Haargummi mit den Zähnen halten – aber alles nett. Bilder dazu gibt’s reichlich auf Facebook. Er kann mich jetzt ziemlich gut leiden glaub ich ;-).

Linda ist dann doch nur Jazz geritten, weil ihre Rippen doch noch etwas mehr weh getan haben als erwartet. Also haben wir, als sie fertig war mit Reiten, die beiden Jungs frei gelassen – und ja, auch die beiden haben nochmal im full-speed, quieckend, ne Buckel-Runde über den Playground gedreht.

Wenn ich sowas sehe, muss ich immer an die armen Pferde denken, die sich NIE wirklich frei bewegen dürfen, oder wenn nur auf einem winzigen Stück Wiese in Einzelhaft. Das ist KEINE artgerechte Haltung! Komfort und Spiel sind zwei der vier Grundbedürfnisse von JEDEM Pferd! Und zu Komfort zählt zu 100% mal so richtig rennen und bocken was das Zeug hält!

Pferde werden krank – zuerst im Kopf, dann auch im Körper – wenn das nicht geht. Patrick ist das allerbeste Beispiel!

Abends war ich mit Ryan und Maureen bei Sakura Sushi essen MJAM. Da muss ich unbedingt nochmal hin, die machen einfach eins der besten Sushis, die ich bis jetzt gegessen habe.