Sonntag, 28.01.2018

Rachel und ich waren gerade in der Futterküche beschäftigt, als Amy kam um uns zu sagen, dass eine der Fellnasen offensichtlich das Tor zwischen Lindas Pferden und unserer Koppel geöffnet hat und alle eine kleine „Pony Party“ feiern.

Amy, McK und ich sind zur Koppel gelaufen und siehe da – alle Pferde freely forwards unterwegs. Wir haben erstmal Lindas Gruppe zurück auf ihre Seite sortiert und das Tor wieder zu gemacht, dann alle Decken ausgezogen und die Pferde mit zum Stall genommen, die wir morgens dort brauchen.

Als Linda kam, hatten wir einen kurzen Theorie Teil und dann Rein-Simulations (Simulationen mit dem Zügel). Ich kannte die meisten, aber Linda findet einfach immer wieder neue Sachen raus!

Dann sind Linda mit Jazz, Amy mit Tyson, McK mit Salty und ich mit Ready zum Playground geritten Rachel mit Dylano zu Fuss.

Ich habe Ready im Schritt entscheiden lassen wohin er gehen wollte und hatte erfreulicherweise relativ bald ein gutes vorwärts und er hat sich sogar deutlich weiter von den anderen weg getraut als normalerweise. Ich habe im Schritt etwas ride-the -line geritten und bin so an der black arena angelangt, wo Ready auf einmal wild schnaubend den Zaun angeschaut hat, als ob er ihn zum ersten mal sieht.

Hm, that was kind of surprising. Also wollte ich ein touch-it reiten – NO WAY! Also Annährung und Rückzug, was es nur wenig besser gemacht hat, dann habe ich ihn seitlich, also jeweils nur ein Auge zum Zaun gefragt, das ging leidlich besser, aber auch nicht wirklich. Also take the time it takes, bis ich seitwärts zum Zaun Reiten konnte auf jeder Hand und dort stehen an losen Zügel. Alas Ready dann mal tief druchgeatmet hat, bin ich weg geritten und wollte mit dem Trab beginnen.

Ach herrje, es ging GAR NICHT vorwärts, eierte hin und her, ich hab mich gefühlt wie in der Waschmaschine. Well, best time to have a problem is in front of a teacher (der beste Zeitpunkt ein Problem zu haben, ist wenn dein Lehrer da ist) – also bin ich zu Linda geritten und habe das Problem beschrieben. Sie meinte, es kommt vermutlich daher, dass man früher mal versucht hat ein Vielseitigkeits-Pferd aus ihm zu machen – evlt ist an dieser Stelle etwas mit Zäunen komplett schief gelaufen. Muss so sein!

Sie hat mich in der Dressage Arena reiten lassen, hunderte von Wendungen in ride-the-line im Trab. Die Beine werden dabei gar nicht benutzt, sondern es ist eine Isolation der Zügel. Nachdem ich die letzten Tage damit verbracht hatte, meine Hände schön nah an seinen Hals zu bringen, hatte ich jetzt einige Mühe, meine jeweils innere Hand nur mit meinem Ellbogen zu bewegen und vom Hals weg zu führen. Außerdem hatte ich ja sowieso kein vorwärts, jetzt noch viel weniger. Linda hat mich gecoacht und wir haben einiges versucht. Es wurde insofern besser, als ich zumindest in den Schrittpausen wieder vorwärts hatte, alles andere fühlte sich einfach nur klemmi an.

Am Schluss hat sie gefragt, ob sie reiten darf – aber sicher! Sie hat nochmal alles ausprobiert, was sie mir auch zu tun gesagt hat, bevor sie effektiver im Einsatz des Sticks an der Schulter wurde. Es hat nochmal ca. 10-15 min gedauert, bis er auf einmal im Trab vorwärtsging. Dann hat sie sofort aufgehört und ist abgestiegen. Nach der Nachbesprechung, denke ich, es war eine Kombi aus der ganzen Aufregung, weil alle Pferde zusammen auf einer Koppel waren (und wer weiß wie lange, sie waren jedenfalls relativ geschwitzt), und einer negativen Vor-Erfahrung mit dem Zaun.

Ich habe erst noch einige Zeit neben Ready gestanden, während ihm immer wieder die Augen zu gefallen sind, vor lauter nachdenken. Als er wieder „da“ war, waren alle fertig und wir sind zurück zum Stall geritten – da hat er sich angefühlt wie immer! Es gab noch Abschiedsfotos  mit Linda, McK geht ab morgen wieder zu Pat und ich habe meinen letzten Tag in Lindaland.

Ich bin nach Hause gefahren und habe angefangen zu sortieren und zu packen. Dann hat Jae mir gesagt, dass ich sie nicht bezahlen darf – ich würde jetzt sozusagen zur Familie gehören und sie würden sich immer freuen, wenn ich zu Besuch komme! Puh, das war echt überraschend und auch etwas overwhelming, ich wollte das erst nicht annehmen, aber nein, es gab keine Verhandlungsbasis darüber – also WOW und vielen, VIELEN DANK!

Um 19h haben wir uns alle wieder vor Lindas Haustür getroffen und sind zum Sushi Essen nach Williston gefahren. Super gutes Essen, super nette Gesellschaft, super gute Gespräche. McK und ich sind nach den Highlights unsere Zeit im Lindaland gefragt worden. Dann haben alle anderen jeweils gesagt, was sie von jedem von uns gelernt haben. Linda hat beschrieben, wie sie unsere Entwicklung gesehen hat und was sie an uns schätzt! Dann hat jeder erzählt, was seine Pläne und Ziele für die Zukunft (longterm und shortterm) sind.

Als das Restaurant geschlossen hat, haben sie uns raus gekehrt ;-)! Ein großartiger Abend.