"Versuche, wenn du das Pferd
in irgendeiner Weise bedienst,

zu erfühlen, wie du auf es einwirkst,

und was es dann von dir will.

Wenn du zunächst auf seinen Willen

einschwenkst, wird es später auch

auf deinen Willen einschwenken!"
(Prof. Paul Tholey)

Samstag, 27.01.2018

Ryan ist dieses WE nicht da, die Mädels haben wieder die Stallherrschaft übernommen, um 8h ging es los mit Fütterung, Pferde reinholen, putzen, treatments. Um 9h kam Linda dazu, wir haben kurz nochmal die letzten 3 Tage nachbesprochen und unseren Plan für heute gemacht.

Mein erstes Pferd war Ready. Da er die letzten drei Tage frei hatte, wollte ich online beginnen. Rachel hatte beschlossen, Fergi mit dem großen grünen Ball zu konfrontieren – ACH HERRJE. Der arme Ready ist beim Zusehen fast gestorben, obwohl wir mit reichlich Abstand begonnen haben. Danach haben wir den Ball übernommen, ich habe ihn von uns weggerollt und wir sind ihm gefolgt – dann wurde es langsam besser, bis er ihn endlich berühren konnte.

Ich habe getrenst und bin aufgestiegen und nach etwas Schritt angetrabt. Very sticky zu Anfang, dann langsam besser. Ich dachte, der Galopp könnte besser helfen, das war allerdings ein Trugschluss, der Rücken muss erstmal wieder eingeschwungen werden. Wir hatten ein paar höhere Buckler – statt Galopp, aber danach war trotzdem der Trab besser vorwärts. Ich habe dann an Schritt / Trab Übergängen gearbeitet, bis wir beide Tempi fleißig halten konnten und vom einen ins andere gleiten. Dann hatte ich auch immer mal eine zeitlang das Gefühl, jetzt tritt er aus dem Hinterbein über den Rücken an den Zügel.

Linda fand, es würde sehr schön aussehen, er würde langsam runder und schwungvolle aussehen und wir sollten unbedingt ein Video machen für Readys Besitzerin Sue machen – was Amy freundlicherweise übernommen hat. Da diese Muskulatur allerdings noch sehr schwach ist, konnten wir das nicht sehr lange halten und wurde Ready entsprechend schnell müde.

Zurück im Stall haben wir Pferde gewechselt – mein zweites Pferd heute war Lindas Pferd Zen :-), der Lead-Change-Master! Da er ein paar Probleme mit dem Sattelgurt haben kann, habe ich im Stall gesattelt und ihn zum Playground gelaufen, um langsam nachgurten zu können. Dort habe ich getrenst, aufgestiegen und damit wir uns aneinander gewöhnen, ein kleines Freestyle warmup über den Playground gemacht. Seine Bewegungen fühlen sich „rollend“ an, kommt vermutlich auch von seinen Sehnenproblemen.

Es war sehr interessant, dass er auf dem Playground die Ruhe selbst und sehr relaxed war, als ich dann aber in die Arena geritten bin, hat er sich sofort vor allem erschrocken, war weniger vorwärts, nicht mehr so gut auf der Linie und hatte auch immer mal wieder Streß mit Anlehnung. Wenn man genügend häufig überstreicht, ist das ok, aber man kann sofort den Streß fühlen, den er im Angesicht der Dressurarena bekommt.

Ich wollte ein paar fliegende Wechsel Linda Style probieren und lernen. Als ich eine Idee hatte, wie das geht und was man tun und nicht tun sollte, habe ich aufgehört. So ein nettes Pferd, ich mag ihn sehr gern. Zurück im Stall hat er für seine Sehnen noch eine Theraplate Session bekommen. Währenddessen ist Rachel in der Sattelkammer fast auf eine Schlange getreten, die sie dann mit Amy zusammen von dort vertrieben hat.

Amy und McK sind zusammen zu einer Pferdeshow gefahren, Rachel und ich zusammen mit Linda zu Janice, um ihren Testreitsattel vorbei zu bringen und anzupassen. Da der Sattel komplett neu war, mussten wir ein wenig mit den Shims hin und her spielen, aber Ruby hat sofort gezeigt, dass er sich damit sehr wohl fühlt und auch Janice saß sehr gut darin.

Zurück auf der Ranch haben Rachel und ich die Abendfütterung übernommen, die geschorenen Pferde eingedeckt, Heu geholt und Wasser aufgefüllt. Um 17h waren wir fertig und ich bin nach Hause gefahren. Zuerst habe ich noch etwas in meinem mobilen Büro am Laptop gearbeitet. Nach dem Duschen, nochmal alle Klamotten waschen und ein wenig mit Jae plaudern.

Morgen ist mein letzter kompletter Tag! Ein weinendes Auge: es ist echt schön hier, ich habe abgeschaltet, Dinge überdacht, neu Priorisiert, Ziele gemacht, ne Menge gesehen und gelernt, und es ist einfach wirklich immer wieder etwas Besonderes, direkt von Linda zu lernen. Aber auch ein lachendes Auge: ich freue mich sehr auf zu Hause und euch alle wieder zu sehen, wieder zu reiten und zu unterrichten und herauszufinden, was ich diesmal alles in meinem Unterbewusstsein in den Lessons-learned Koffer gepackt habe!