"Versuche, wenn du das Pferd
in irgendeiner Weise bedienst,

zu erfühlen, wie du auf es einwirkst,

und was es dann von dir will.

Wenn du zunächst auf seinen Willen

einschwenkst, wird es später auch

auf deinen Willen einschwenken!"
(Prof. Paul Tholey)

Montag, 29.01.2018

Heute Nacht hat es eine Menge geregnet, einige Koppeln und der Playground waren teilweise unter Wasser. Die Pferde waren froh uns zu sehen, als wir sie zum Frühstück reingeholt haben. Einige mußten geduscht und nicht geputzt werden. Zum Glück war es morgens noch warm.

Als Linda kam, haben wir uns auf eine Video- und Theorie Einheit ins Studio geeinigt – gut für mich ;-), ich wäre heute sowieso nicht mehr geritten, alles war schon weitgehend eingepackt. Wir haben Einheiten mit Luis Lucio, Walter Zettl und Christoph Hess gesehen und besprochen.

Gegen 13h sind wir zum Lunch nochmal zusammen zu Roma gefahren. Ruckzuck war es 14:30h. Wir haben uns verabschiedet und ich bin nochmal nach Hause gefahren, um mich umzuziehen und meine Koffer zu schließen.

Um 15:15h habe ich den Weg nach Orlando angetreten und war um 17h am Flughafen. Dann hat es einige Zeit gedauert, bis ich mein Gepäck los war, und noch länger durch die Sicherheitskontrolle, aber ich hatte zum Glück Zeit. Im Terminal dann musste ich feststellen, dass man meinen Lieblings-Sandwich-Laden entfernt hat, wo man sich die Sachen selbst zusammenstellen konnte. Und man sollte besser nicht Vegetarier sein, denn einiges Lebensmittel ohne Fleisch (außer Süßigeiten) war ein Tomate, Mozarella Ciabatta – das Weißbrot hat sich allerdings leider als trocken und pappig herausgestellt.

Jetzt sitze ich am Gate, noch ½ Std bis zum Boarding. Ich habe schon alle Jacken an, die bereiten uns hier schon mal auf die deutschen Temperaturen vor :-/ - zum Glück wärmt der Laptop etwas! Gerade kommt der Pilot und die Crew, na dann kanns ja demnächst losgehen. Freu mich auf zu Hause!

Sonntag, 28.01.2018

Rachel und ich waren gerade in der Futterküche beschäftigt, als Amy kam um uns zu sagen, dass eine der Fellnasen offensichtlich das Tor zwischen Lindas Pferden und unserer Koppel geöffnet hat und alle eine kleine „Pony Party“ feiern.

Amy, McK und ich sind zur Koppel gelaufen und siehe da – alle Pferde freely forwards unterwegs. Wir haben erstmal Lindas Gruppe zurück auf ihre Seite sortiert und das Tor wieder zu gemacht, dann alle Decken ausgezogen und die Pferde mit zum Stall genommen, die wir morgens dort brauchen.

Als Linda kam, hatten wir einen kurzen Theorie Teil und dann Rein-Simulations (Simulationen mit dem Zügel). Ich kannte die meisten, aber Linda findet einfach immer wieder neue Sachen raus!

Dann sind Linda mit Jazz, Amy mit Tyson, McK mit Salty und ich mit Ready zum Playground geritten Rachel mit Dylano zu Fuss.

Ich habe Ready im Schritt entscheiden lassen wohin er gehen wollte und hatte erfreulicherweise relativ bald ein gutes vorwärts und er hat sich sogar deutlich weiter von den anderen weg getraut als normalerweise. Ich habe im Schritt etwas ride-the -line geritten und bin so an der black arena angelangt, wo Ready auf einmal wild schnaubend den Zaun angeschaut hat, als ob er ihn zum ersten mal sieht.

Hm, that was kind of surprising. Also wollte ich ein touch-it reiten – NO WAY! Also Annährung und Rückzug, was es nur wenig besser gemacht hat, dann habe ich ihn seitlich, also jeweils nur ein Auge zum Zaun gefragt, das ging leidlich besser, aber auch nicht wirklich. Also take the time it takes, bis ich seitwärts zum Zaun Reiten konnte auf jeder Hand und dort stehen an losen Zügel. Alas Ready dann mal tief druchgeatmet hat, bin ich weg geritten und wollte mit dem Trab beginnen.

Ach herrje, es ging GAR NICHT vorwärts, eierte hin und her, ich hab mich gefühlt wie in der Waschmaschine. Well, best time to have a problem is in front of a teacher (der beste Zeitpunkt ein Problem zu haben, ist wenn dein Lehrer da ist) – also bin ich zu Linda geritten und habe das Problem beschrieben. Sie meinte, es kommt vermutlich daher, dass man früher mal versucht hat ein Vielseitigkeits-Pferd aus ihm zu machen – evlt ist an dieser Stelle etwas mit Zäunen komplett schief gelaufen. Muss so sein!

Sie hat mich in der Dressage Arena reiten lassen, hunderte von Wendungen in ride-the-line im Trab. Die Beine werden dabei gar nicht benutzt, sondern es ist eine Isolation der Zügel. Nachdem ich die letzten Tage damit verbracht hatte, meine Hände schön nah an seinen Hals zu bringen, hatte ich jetzt einige Mühe, meine jeweils innere Hand nur mit meinem Ellbogen zu bewegen und vom Hals weg zu führen. Außerdem hatte ich ja sowieso kein vorwärts, jetzt noch viel weniger. Linda hat mich gecoacht und wir haben einiges versucht. Es wurde insofern besser, als ich zumindest in den Schrittpausen wieder vorwärts hatte, alles andere fühlte sich einfach nur klemmi an.

Am Schluss hat sie gefragt, ob sie reiten darf – aber sicher! Sie hat nochmal alles ausprobiert, was sie mir auch zu tun gesagt hat, bevor sie effektiver im Einsatz des Sticks an der Schulter wurde. Es hat nochmal ca. 10-15 min gedauert, bis er auf einmal im Trab vorwärtsging. Dann hat sie sofort aufgehört und ist abgestiegen. Nach der Nachbesprechung, denke ich, es war eine Kombi aus der ganzen Aufregung, weil alle Pferde zusammen auf einer Koppel waren (und wer weiß wie lange, sie waren jedenfalls relativ geschwitzt), und einer negativen Vor-Erfahrung mit dem Zaun.

Ich habe erst noch einige Zeit neben Ready gestanden, während ihm immer wieder die Augen zu gefallen sind, vor lauter nachdenken. Als er wieder „da“ war, waren alle fertig und wir sind zurück zum Stall geritten – da hat er sich angefühlt wie immer! Es gab noch Abschiedsfotos  mit Linda, McK geht ab morgen wieder zu Pat und ich habe meinen letzten Tag in Lindaland.

Ich bin nach Hause gefahren und habe angefangen zu sortieren und zu packen. Dann hat Jae mir gesagt, dass ich sie nicht bezahlen darf – ich würde jetzt sozusagen zur Familie gehören und sie würden sich immer freuen, wenn ich zu Besuch komme! Puh, das war echt überraschend und auch etwas overwhelming, ich wollte das erst nicht annehmen, aber nein, es gab keine Verhandlungsbasis darüber – also WOW und vielen, VIELEN DANK!

Um 19h haben wir uns alle wieder vor Lindas Haustür getroffen und sind zum Sushi Essen nach Williston gefahren. Super gutes Essen, super nette Gesellschaft, super gute Gespräche. McK und ich sind nach den Highlights unsere Zeit im Lindaland gefragt worden. Dann haben alle anderen jeweils gesagt, was sie von jedem von uns gelernt haben. Linda hat beschrieben, wie sie unsere Entwicklung gesehen hat und was sie an uns schätzt! Dann hat jeder erzählt, was seine Pläne und Ziele für die Zukunft (longterm und shortterm) sind.

Als das Restaurant geschlossen hat, haben sie uns raus gekehrt ;-)! Ein großartiger Abend.

Samstag, 27.01.2018

Ryan ist dieses WE nicht da, die Mädels haben wieder die Stallherrschaft übernommen, um 8h ging es los mit Fütterung, Pferde reinholen, putzen, treatments. Um 9h kam Linda dazu, wir haben kurz nochmal die letzten 3 Tage nachbesprochen und unseren Plan für heute gemacht.

Mein erstes Pferd war Ready. Da er die letzten drei Tage frei hatte, wollte ich online beginnen. Rachel hatte beschlossen, Fergi mit dem großen grünen Ball zu konfrontieren – ACH HERRJE. Der arme Ready ist beim Zusehen fast gestorben, obwohl wir mit reichlich Abstand begonnen haben. Danach haben wir den Ball übernommen, ich habe ihn von uns weggerollt und wir sind ihm gefolgt – dann wurde es langsam besser, bis er ihn endlich berühren konnte.

Ich habe getrenst und bin aufgestiegen und nach etwas Schritt angetrabt. Very sticky zu Anfang, dann langsam besser. Ich dachte, der Galopp könnte besser helfen, das war allerdings ein Trugschluss, der Rücken muss erstmal wieder eingeschwungen werden. Wir hatten ein paar höhere Buckler – statt Galopp, aber danach war trotzdem der Trab besser vorwärts. Ich habe dann an Schritt / Trab Übergängen gearbeitet, bis wir beide Tempi fleißig halten konnten und vom einen ins andere gleiten. Dann hatte ich auch immer mal eine zeitlang das Gefühl, jetzt tritt er aus dem Hinterbein über den Rücken an den Zügel.

Linda fand, es würde sehr schön aussehen, er würde langsam runder und schwungvolle aussehen und wir sollten unbedingt ein Video machen für Readys Besitzerin Sue machen – was Amy freundlicherweise übernommen hat. Da diese Muskulatur allerdings noch sehr schwach ist, konnten wir das nicht sehr lange halten und wurde Ready entsprechend schnell müde.

Zurück im Stall haben wir Pferde gewechselt – mein zweites Pferd heute war Lindas Pferd Zen :-), der Lead-Change-Master! Da er ein paar Probleme mit dem Sattelgurt haben kann, habe ich im Stall gesattelt und ihn zum Playground gelaufen, um langsam nachgurten zu können. Dort habe ich getrenst, aufgestiegen und damit wir uns aneinander gewöhnen, ein kleines Freestyle warmup über den Playground gemacht. Seine Bewegungen fühlen sich „rollend“ an, kommt vermutlich auch von seinen Sehnenproblemen.

Es war sehr interessant, dass er auf dem Playground die Ruhe selbst und sehr relaxed war, als ich dann aber in die Arena geritten bin, hat er sich sofort vor allem erschrocken, war weniger vorwärts, nicht mehr so gut auf der Linie und hatte auch immer mal wieder Streß mit Anlehnung. Wenn man genügend häufig überstreicht, ist das ok, aber man kann sofort den Streß fühlen, den er im Angesicht der Dressurarena bekommt.

Ich wollte ein paar fliegende Wechsel Linda Style probieren und lernen. Als ich eine Idee hatte, wie das geht und was man tun und nicht tun sollte, habe ich aufgehört. So ein nettes Pferd, ich mag ihn sehr gern. Zurück im Stall hat er für seine Sehnen noch eine Theraplate Session bekommen. Währenddessen ist Rachel in der Sattelkammer fast auf eine Schlange getreten, die sie dann mit Amy zusammen von dort vertrieben hat.

Amy und McK sind zusammen zu einer Pferdeshow gefahren, Rachel und ich zusammen mit Linda zu Janice, um ihren Testreitsattel vorbei zu bringen und anzupassen. Da der Sattel komplett neu war, mussten wir ein wenig mit den Shims hin und her spielen, aber Ruby hat sofort gezeigt, dass er sich damit sehr wohl fühlt und auch Janice saß sehr gut darin.

Zurück auf der Ranch haben Rachel und ich die Abendfütterung übernommen, die geschorenen Pferde eingedeckt, Heu geholt und Wasser aufgefüllt. Um 17h waren wir fertig und ich bin nach Hause gefahren. Zuerst habe ich noch etwas in meinem mobilen Büro am Laptop gearbeitet. Nach dem Duschen, nochmal alle Klamotten waschen und ein wenig mit Jae plaudern.

Morgen ist mein letzter kompletter Tag! Ein weinendes Auge: es ist echt schön hier, ich habe abgeschaltet, Dinge überdacht, neu Priorisiert, Ziele gemacht, ne Menge gesehen und gelernt, und es ist einfach wirklich immer wieder etwas Besonderes, direkt von Linda zu lernen. Aber auch ein lachendes Auge: ich freue mich sehr auf zu Hause und euch alle wieder zu sehen, wieder zu reiten und zu unterrichten und herauszufinden, was ich diesmal alles in meinem Unterbewusstsein in den Lessons-learned Koffer gepackt habe!

Freitag, 26.01.2018

Da heute nur Linda und Jazz am Lehrgang teilnehmen wollten, konnten wir unsere Fütterungszeit auf 7:45h nach hinten schieben. Leider hat sich gestern das Golfcard mal wieder verabschiedet, so dass wir mit dem Truck umher fahren mussten zur Auslieferung und Jazz hat noch seine Laser-Behandlung bekommen.

8:30h Abfahrt zum Lehrgang mit Linda. Es war zum Glück etwas wärmer als gestern, d.h. nur auf der Skihose sitzen und eine Decke haben ;-). Jeden Tag ändern sich die Teilnehmer leicht, manche sind nur einmal dabei, manche zweimal aber die meisten dreimal.

Für jemand wie Arthur, der so viele Jahre damit verbracht hat, seinen Sitz und seine Einwirkung zu schulen, muss es Schmerzensgeld sein, dass man bekommt und manchen Reitern zuzusehen, wie sie auf dem Pferd herum hopsen, am Zügel herumziehen und dann auch noch mit Sporen und Kandare reiten.

Ich konnte gut nachvollziehen, dass er heute deutlicher wurde („what are you doing?“) und manchmal auch etwas ungehaltener. Freundlicherweise für die Reiter hat er teilweise den Lautsprecher weg geschaltet und manche Dinge nur über das Headset gesagt.

Wenn man einige Zeit hier verbracht hat und in wunderschöner Natur den friedlichen Umgang und die Harmonie mit den Pferden genossen hat, muss sich das Auge erst wieder daran gewöhnen, die anderen Sachen „weg zu schalten“, damit man sie sieht, aber nicht sieht. Der Lotus-Effekt mit dem Abperlen muss einfach erst mal wieder einsetzen….

Das ist ein wenig wie die Gewöhnung an den vielen Zucker hier. Hier ist einfach alles extra süß: Panade, Dressing, Soße, Brot, gar nicht erst zu sprechen von Kuchen oder Eis, das ist ungenießbar! Zu Hause merke ich, wieviel mehr Zucker ich in meinem Kaffee brauche und es benötigt einige Zeit, mich wieder an weniger süß zu gewöhnen.

Darin sich große Ziele zu setzen sind alle wirklich gut – ich nenne das hier als Vorteil! Allerdings weichen Selbstbild und Fremdbild oft ziemlich weit voneinander ab.

Bsp. stellt sich die Teilnehmerin mit ihrem 20-jährigen Wallach vor, der einige Zeit wegen Verletzungen und so nicht geritten werden konnte und das Ziel ist St.Georg zu reiten – und dann geht das Pferd gar keinen Schritt, zackelt nur herum, galoppiert nur sehr widersetzlich und kann keine einzige Linie halten. PUH!

Zu allem Überfluss war Jazz lahm, als Lindas Stunde begann, so dass nur etwas im Schritt gearbeitet wurde, dann haben sie es nochmal versucht, aber keine Chance. Mist! Es gab ersatzweise Theorie, die auch sehr interessant war. Ryan und Rachel haben Jazz heimgebracht, der Rest von uns hat durchgehalten und ist bis zum bitteren Ende geblieben.

Zurück auf der Farm haben McK, Amy und ich noch Evening Feeds gemacht. Ich war im 17:30h zu Hause und musste mich erst mal ne Stunde aufs Bett legen und einfach etwas abschalten. Izzy, Jaes kleine Hündin, hat mir Gesellschaft geleistet. Zum Abendessen haben Jae und Ralph mich zu Horse & Hound eingeladen.

Donnerstag, 25.01.2018

Gleicher Tagesbeginn wie gestern, ich habe das alles Futter vorbereitet, diesmal haben Rachel und McK es ausgeliefert, während ich Jazzes Fuß mit dem Redlightpad behandelt habe.

Um 8:30h sind wir mit Linda losgefahren. Zweiter Lehrgangstag mit Arthur Kottas auf der BRC Dressage Ranch, sonnig, aber kälter als gestern, und da man unter dem Dacht sitzt, brrrrr! Ich wurde sehr um meine warmen Skihosen und Heizsohlen beneidet – und ich war extrem froh, dass ich sie mit habe :-)! Ryan hat heute den Pferde Transport allein geregelt, so dass alle Mädels ab dem Morgen an Bord waren.

Die Reihenfolge der Reiter war etwas unterschiedlich, die meisten waren zum zweiten Mal dran, aber es gab welche, die neu dabei waren. Ich war sehr gespannt auf den Teilnehmer, der mir gestern am meisten Bauschmerzen bereitet hat beim Zusehen. Arthur ist direkt eingestiegen, hat ein paar Basics abgefragt, wurde nicht Müde nochmals die Hilfen zu erklären und hat dann sehr Zielsicher den Finger in die Wunde gelegt, indem er Lektionen abgefragt hat, die nicht funktioniert haben. Die Frustration des Reiters führte dazu, dass er immerhin bereit war, das auszuprobieren was Arthur anzubieten hatte, der heute sehr deutlich gemacht hat, dass es nicht die Schuld des Pferdes war. Siehe da, kaum wurde quetschen und schieben und drücken und festhalten unterlassen sondern das Pferd dazu eingeladen und der Schenkel geöffnet, klappte auch die Lektion.

Eine zweite Teilnehmerin, heute zum ersten Mal am Start, war mein zweites Highlight. Ich dachte zuerst, dass es sich um ein Gangpferd handelt, aber nein, ein normales Warmblut, das einfach OHNE jegliche Federung der Vorhand oder jegliche Muskelanspannung von einem Fuß auf den anderen fiel. Zunächst hat Arthur sich betrachtet, was nach Ansicht der Reiterin die Reitweise nach Philippe Karl sein sollte und zumindest in der Handhabung der Zügel dem ähnelte. Dann hat er nachgefragt, wieso, weshalb, warum, worauf die Reiterin keine Antwort geben konnte.

Am Nachmittag hat Arthur die Arbeit an der Hand mit einem 6-jährigen Pferd gezeigt. Er benutzt einen Kappzaum, damit das Pferd leicht im Maul bleibt. Es ging um halt, vorwärts, rückwärts, seitwärts, Schulter herein, Vorhandwendung und Hinterfüße abwechselt anheben und weiter unter den Körper stellen. In der Arbeit mit dem Pferd war er voll konzentriert und in sich ruhend, wann immer er eine Pause gemacht hat, hat er das Pferd sehr sanft gestreichelt, bis es sich entspannt hat, erst dann hat er wieder begonnen.

Er hat sie daraufhin gebeten einen anderen Ansatz zu probieren und das Pferd mit tieferer Handhaltung und runderem Hals mehr vorwärts zu reiten und das Pferd durch Trab Galopp Übergänge mehr zu setzen. Wirklich sehr gut zu sehen und zu hören (die Tritte wurden deutlich leiser), wie das Pferd begonnen hat, sich im Rücken mal wieder zu bewegen, gefolgt von ganz viel abschnauben.

Danach gab es noch einen sehr langen Theorie-Vortrag von Arthur. Hier wieder ein paar Zitate daraus: „there are only two kind of riders, the good ones and the bad ones (ungeachtet der Reitweise)”, “if you drive a car, and I ask you to slow down, you wouldn’t use the handbrakes when you as well get off the gas – so the slower you want to ride, the less you drive”, “if there is a weakness in the horse, you have to find a way for him”, “we have to be open, there are many ways to Rome”, und “the main important thing is that you have a good relationship, then do many things to improve the mind, the body and the happiness!”   

Wieder zurück auf der Ranch haben wir erneut ein debrief gemacht und Lindas und Ryans Ritt nochmal auf Video angesehen und besprochen. Beide (Reiter und Pferde ;-)) waren heute nochmal deutlich besser als gestern und haben viel Lob erhalten.

Um 19h war ich zu Hause und Ralph hatte für uns beide Ceviche gemacht - MJAM! Ich bin echt platt heute Abend, glaube ich gehe demnächst ins Bett!

Mittwoch, 24.01.2018

Um 7:30h haben Rachel und ich das Frühstück bereitet und ausgeliefert, während McK Jazz und Patrick reingeholt hat. Jazz hat sein Redlightpad um den Fuß bekommen. Rachel und Ryan sind mit den Pferden auf der Ranch geblieben, während Linda, Amy, McK und ich zum Lehrgang gefahren sind um ab 9h die ersten Reiter bei Arthur Kottas (http://arthur.kottas-heldenberg.at/?page_id=118&lang=de ) zu sehen.

Jeder Reiter sollte aufgewärmt zu seinem Start kommen und hatte 40 min Unterricht, wahlweise in Arbeit an der Hand oder / und Reiten. Wir saßen unter dem Dach einer Covered-Arena, was die Sache trotz warmer Kleidung und Decken teilweise ziemlich kalt gemacht hat – aber man konnte aufstehen und sich seitlich in die Sonne stellen und trotzdem alles gut sehen.

Ca gegen 11:30h kamen Ryan und Rachel mit den beiden Pferden nach, Linda und Ryan sind nach der Mittagspause um 13h geritten. Der Lehrgang ging bis ca. 16:30 h, danach sind wir nach Hause gefahren und haben nochmal zusammen die Videos der beiden Ritte gesehen und nach-besprochen. Um 19h bin ich nach Hause gefahren.

Ich habe heute Reiter und Pferde auf unterschiedlichstem Niveau gesehen und hatte mal wieder den direkten Vergleich von „natural“ zu „normal“. Besonders wenn man schon einige Zeit hier verbracht hat, muss ich leider sagen, dass man das Auge etwas entwöhnt und entspannt hat, so dass es teilweise painful to watch war - wehtat, zuzusehen! Rolf würde das vermutlich „Handwerker“ nennen ;-).

Es war erstaunlich für mich, mit welcher Ruhe und Geduld Arthur immer wieder die Reihenfolge er Hilfen erklärt hat (Sitz, Gewicht, Schenkel und zum Schluss die Zügel), wie er nicht müde wurde, ständig zu wiederholen „less rein“ (weniger Zügel). Zu jedem Zeitpunkt war er voll auf den Reiter und die Aufgabe fokussiert und hat dafür gesorgt, dass der Reiter auch fokussiert geblieben ist, notfalls indem er sich einfach immer wiederholt hat“ we are in right counter canter - we are in right counter canter - we are in right counter canter, ….“, bis Pferd und Reiter auch wieder im Außengalopp rechts waren.

Ich bin schon sehr gespannt, wie sich das alles im Laufe von drei Tagen entwickeln wird!

Hier ein paar Zitate Arthur Kottas von heute „Relationship is important, so is fun, enjoy, happiness.”, “Whatever we ask the horse, it should understand in the mind and be ready in the body to do it”, “invite the horse to do it”, “when the horse does not seek the stretch it is not trained in the right way”, “People have to choose the right partner horse“, “we always have to say: yes we can!”

Dienstag, 23.01.2018

Ich bin nachts aufgewacht, weil es super doll geregnet hat. Dann habe ich noch ein merkwürdiges Geräusch gehört, wie eine Spraydose. Ich bin aufgestanden, um aus dem Fenster zu sehen und siehe da, die Sprinkleranlage lief zusätzlich. Willkommen in Amerika!

Der Morgen verlief wie immer, um 9h kam Linda und wir haben mit Theorie im Studio begonnen.

Da Linda und Ryan die nächsten drei Tage einen Lehrgang haben werden, sollte heute ein softer Tag werden und Linda hat vorgeschlagen einen Ausritt zu Pats Barn zu machen. Ich habe Ready dafür ausgewählt, da mein Yellowmino Apollo wegen des Regens heute Nacht eher ein Blackomino war und er damit heute spontan den Tag frei bekommen hat. Linda war auf Jazz, Highland war frei dabei, Rachel auf Fergi, Amy auf Tyson und McK auf Salty.

Als wir am Playground vorbei geritten waren wurde Ready schon etwas nervös, aber als wir dann auch noch die Kühe, junge Pferde, den anderen Stall und die ganzen Reiter in der Arena und auf den Tracks gesehen haben, war er sich sicher, dass heute sein letztes Stündlein geschlagen hat. Linda hat gefragt, ob ich ok bin, aber ja, ein hoch auf ein RBI: erstens er sucht einen Führer und wenn man das sein kann, ist er sofort happy damit und zweitens solange er immer wieder stehen bleiben und schauen darf so lange er will baut sich das nicht auf.

Wir haben sogar geschafft, dass er noch dort wieder etwas runtergefahren ist, so dass der Rückweg relativ entspannt war. Wir haben einen Bach überquert und sind dann noch etwas auf dem Playground geritten. Da hat man gemerkt, wie doll ihn das angespannt hat, denn es hat einige Zeit gedauert, bis ich wieder ein gutes Vorwärts im Galopp hatte.

Dann hat Linda Rachel und Fergi noch mit der Anlehnung geholfen, weil Ferig immer mit dem Kopf schlenkert und hinter das Gebiss kommt. Zuerst hat sie Rachel unterrichtet, aber am Schluss ist Linda selbst geritten. Auch hier wieder sehr interessant zu sehen, dass die Stute eine eher dolle Reaktion gezeigt hat, aber Linda total soft drangegangen ist und Fergi dann direkt wieder runterkam und sich einigen wollte!

Nach einer kurzen Mittagspause haben wir den Stall gemacht, Sattelzeug für morgen geputzt, alles raus gelegt, was mitgenommen werden soll und dann die Abendfütterung erledigt.

Montag, 22.01.2018

Ryan ist nach seinem Urlaub wieder an Bord und wir waren heute noch effizienter als sonst :-). Alle Pferde wurden geprickel-mattet und Ready hat wieder seine Topline Points geredlighted bekommen, was er immer wieder gut findet!

Als Linda kam, haben wir mit einer Studio-Session begonnen, Lindas Arthur Kottas Ritt Tag zwei vom letzten Jahr war noch offen. Wir haben das Video zusammen angesehen und besprochen, danach was unser Plan für heute war.

Linda hat zuerst eine Liberty Demo mit Fergi gemacht, um die Rachel sie gebeten hat, weil die Stute schon sehr häufig ein ziemlich pikiertes Gesicht aufsetzt, die Ohren anlegt oder auch mal biestig wird. Fergi war bereits frei im Roundpen und Stand am Eingang, als Linda zu ihr kam und sich Zeit genommen hat, sie sehr nett und freundlich zu streicheln. Als Linda dann weggegangen ist, ist Fergi ihr sofort mit gespitzen Ohren gefolgt. ….. merke: wenn man nicht gleich mit der Tür ins Haus fällt, bekommt man vielleicht mehr Türen geöffnet, als man tatsächlich erwartet hat.

Dann ist Fergi losgeschossen, offensichtlich weil sie das circling game erwartet hat – darauf hat Linda catch-me mit ihr gespielt – was ein paarmal dazu geführt hat, dass die Stute volle Kanne durch den Druck gelaufen ist, aber dann plötzlich ihr Gehirn angeschaltet hat und komplett verwundert war, wie dass denn sein kann, dass dieser Ablauf ein völlig anderer ist. Nachdem sie das dann irgendwann begriffen hat, hat Linda daran gearbeitet, dass sie „boundaries“ respektiert – puh das war tough, das war ganz offensichtlich gar nicht im Programm.

Also ist Linda online gegangen, um ihr das beizubringen - teach online, test at liberty! Dann hat es nicht lange gedauert, bis der Change kam und wieder war sie komplett verwundert, dass es eine andere Lösung geben kann.

Zum ersten Mal habe ich Ready direkt vom Stall aus zum Playground geritten, ohne vorher online zu spielen. Obwohl heute Fergi nicht dabei war und Na’vi frei umherlief, war er außerordentlich ok damit und sogar relativ gut vorwärts.

Da der Galopp dem Vorwärts und dem Trab immer sehr dienlich ist, sind wir relativ bald galoppiert und haben immer wieder über den Trab die Hand gewechselt. Zunächst war das angaloppieren etwas sticky und brauche einige Trab Tritte und ne Menge willpower, wurde aber immer besser und immer freier und immer mehr vorwärts.

Gleichzeitig habe ich versucht im Galopp mein inneres Bein an seine Seite geklebt zu lassen, ohne irgendetwas damit zu machen, was heute schon besser geklappt hat als gestern, so dass ich auch ein klein wenig meiner Aufmerksamkeit darauf richten konnte meine äußere Fußspitze noch mehr nach vorne zu richten.

Der Trab nach dem Galopp fühlte sich mega gut an, so langsam kommt Bewegung in den Rücken, das ist manchmal allerdings auch etwas rough/tough und war vorher deutlich besser zu sitzen ;-).

Wir waren alle ungefähr gleichzeitig fertig und sind zum Stall zurückgeritten. Dort gab es dann ein großes Spa-Programm für die Pferde, da es heute ziemlich warm war, so dass alle eine Dusche brauchten. Jazz bekam in Vorbereitung auf den Lehrgang diese Woche sogar eine Dusche mit Seife und anschließend das kleine Clipping Programm für ein hübscheres Aussehen!

Danach hat Linda Highland noch im Rounpen liberty gespielt – das war nach der Session von heute Morgen schon ein beeindruckend großer Unterschied in den Skills des Pferdes. Dazu kommt, dass die Panels um das Roundpen wirklich sehr niedrig sind und Mr. Megajump Highland mit einem großen Schritt draußen wäre.

Wir haben danach die Pferde rausgebracht und den Stall gemacht. Dann sind Amy, Rachel und ich nochmal los gefahren um …… (wird noch nicht verraten) und noch etwas im Tackstore zu kaufen! Heute war ich um 15:30h zu Hause!

Lots of time um zu telefonieren und endlich mal mit meinen Schreibarbeiten für Linda wirklich weiter zu kommen.

Sonntag, 21.01.2018

Ich habe jegliches Gefühl für Wochentage verloren ;-)! Rachel, Amy und ich sind im Stall inzwischen ein gut eingespieltes Team und ziemlich effizient. Bis Linda um 9h dazu kam, war alles erledigt. Wir haben eine kurze Trainings- / Zielbesprechung und Tagesplanung gemacht.

Unser Zeitplan war eher eng gestrickt, aber wir haben trotzdem entspannt mit den ersten Pferden losgelegt. Das war Linda mit Jazz, Rachel mit Dylano, Amy mit Tyson und ich mit Ready. Ich war positiv überrascht, dass er nur am Anfang ein wenig nach Fergi gerufen hat, als wir auf dem Playground ankamen hat er sie nicht mehr vermisst ;-).

Ich habe mit ein wenig Online begonnen, Umherwandern im Schritt, „falling leaf“ im Trab, dann haben wir getrenst und ich bin aufgestiegen. Der Sattel kam mir etwas zu tief vor, also habe ich Linda gefragt, was sie meint, und das war mein größtes AHA des Tages: Sie fragte, ob ich leicht nach vorne gekippt werde, ich hatte nicht das Gefühl, aber sie sagte, ich soll mich etwas zurücksetzten und dann ein wenig Luft aus dem Airpad lassen – und Tatsache, der Sattel setzt sich mehr auf die Shims um kommt weiter vom Widerrist weg! KRASS!

Mein Ziel für heute – ganz ruhig anliegende Beine, vorwärts und mehr Sprung im Galopp. Nach der Anpassung des Airpads habe ich sofort besser gesessen, meine Beine lagen einfach ein einer besseren Stelle (on the widest part oft he horses belly)! Hmmmmmm, how interesting! Außerdem habe ich vor ein paar Tagen einen guten Hinweis gehört „you have to own the forwards“ und ja, das macht glaube ich auch einen großen Teil der Bewegung im Bein aus. Aber kaum legt man seinen Fokus darauf und ist „commited tot he goal“ ist das auch dem Pferd sofort klar!

Den Galopp habe ich im leichten Sitz geritten, war gut für Ready und mehr Durchsprung und auch für ruhiger liegende Beine – insgesamt war ich mit meinem Reitergebnis SEHR happy heute. Ready musste duschen – heute ist es wieder warm, und dann habe ich zu Apollo gewechselt.

Anders als bisher habe ich ihn zum und über den Playground geritten zum Warmup. Da ich mit Ready schon gute Übung hatte war er ziemlich gut vorwärts im Schritt und Trab. Ich wollte heute nochmal mit den Bunjees trainieren und habe dann kurzfristig entschlossen, das auch unter dem Sattel zu tun. Nachdem ich die Bänder befestigt hatte, hat Apollo ein paarmal in den Rückspiegel geschaut und dann  gesagt „NÖ, das ist mir zu anstrengend“!

Ich bin bei meinem Plan geblieben, kein Schenkel für vorwärts – thunk, thunk heißt das Mittel der Wahl, und kurzer dumpfer Stups mit dem Stock an die Schulter, 3 sec warten, wiederholen. Oh lala, das hat schnell zu bösen Gedanken und ner Menge Kopfschütteln und Schweifschalgen geführt. Ich habe unbeirrt weitergemacht und war auch auf ein kleines Rodeo gefaßt. Aber zu meiner Überraschung hat er nur versucht mich einzuschüchtern und als das nicht geklappt hat, ist er fleißigst angetrabt und auch flott weiter vorwärts gegangen :-).

Ich habe dann irgendwann bei der Arena angehalten, wo Linda Rachel auf Zen gerade in fliegenden Wechseln unterrichtet hat. Apollo mußte ne Menge lecken und kauen währenddessen. Zurück im Stall haben wir alle Pferde zurück auf die Koppeln geshuttelt und schnell was gegessen.

Um 12:30h sind wir dann hinter Pat und Linda zu HITS (Horses In The Sun) gefahren, um dort ein Grand Prix Springen anzusehen, zu dem die beiden eingeladen waren, weil Pat einer Teilnehmerin mit ihrem Pferd weitergeholfen hat. Besagte Dame hat es ins Stechen geschafft und war am Ende auf dem 4. Platz! Ich war allerdings recht beeindruckt darüber mit wie wenig korrekter oder überhaupt vorhandener Muskulatur, geschweige denn Körperhaltung, Pferde an einem Springen in dieser Höhe teilnehmen können.

Wieder zurück auf der Ranch haben wir drei Mädels alle Abend-Arbeiten erledigt. Danach musste ich noch einkaufen, weil ich komplett out of Obst und Gemüse war! Im Supermarkt bekommt man die Sachen an der Kasse eingepackt – sie schauen immer schon komisch, wenn ich sage, dass das bitte alles in meine Stoffbeutel und nicht in Plastik verpackt werden soll. Unglaublich, was es hier an Plastik Müll und Umverpackungen gibt- ohne Worte!

Zum Abendessen gab es dann selbstgemachte Süßkartoffen Pommes aus Ralfs Airfryer mit Brokoli. Jetzt schnell noch geduscht und eine Fuhre Wäsche im Speed-Wash gewaschen. Jetzt muss ich noch ein paar Sachen für Linda schreiben.

Samstag, 20.01.2018

Ich war um 7:45h im Stall und habe das Frühstück für die Pferde bereitet und zusammen mit Rachel ausgeliefert. Wegen der Pony Party musste Rachel mit Fergi auf den Campus, die war allerdings höchst unerfreut, dass ihre beiden Freunde nicht da waren und hat ein paar kleinere und größere Ausraster gehabt (very LB), so dass heute Morgen leider alles etwas länger gedauert hat.

Ich habe Jazz und Highland geputzt. Die Herren haben ihre treatments bekommen und ich war mit Na’vi zusammen auf der Teraplate.

Hier für euch mal eine Übersicht über die treatments, die die Pferde täglich bekommen:

Jazz und Highland die Accumat (http://acuswede.com/accuhorsemat/ ),  wir nennen das auch Pricklemat, weil die Dinger schon ziemlich piekig sind, aber die Pferde finden es gut.

Jazz bekommt das Redlight Pad (https://photonichealth.com/pain-free-pad-system-new-offer/ ) um seinen Fuss, weil er umgeknickt war. Ich habe ihn anfangs laufen sehen und er war so lahm wie man nur sein kann. Jetzt wird er seit einigen Tagen schon wieder geritten und geht absolut lahmfrei – dabei war er NULL (!) Tage im Stall, sondern immer auf der Koppel!

Na’vi geht täglich auf die TheraPlate (http://www.theraplate.com/ ) wegen ihrer Verletzung vom letzten Jahr, Apollo und Zen auch, wenn dafür Zeit ist.

Einmal wöchentlich bekommen die Pferde die sogenannten Topline Akupunktur-Punkte ge-redlighted (https://photonichealth.com/red-light-therapy-for-horses/ ). Das durfte auch Ready schon genießen und fand es wunderbar!

Danach habe ich mal im Studio gefegt und das Geschirr gespült und alles weggeräumt, dann schonmal alle Boxen gemistet und flups war es 11h und Linda kam.

Sie ist mit Jazz zum Playground geritten, während ich eine Golfcard-Tour gemacht habe, um erstmal jedes Pferd von seiner Decke zu befreien. So bin ich auch auf dem Playground gelandet, wo ich zu allererst Jae auf Cloe getroffen habe. Ich habe ein paar Fotos für euch gemacht und auf FB hochgeladen, damit ihr einen Eindruck habt.

Es gibt diverse Stationen auf dem Playground, an denen jeweils auf einem Schild, eine einfache und eine schwierige Version der zu lösenden Aufgabe vermerkt sind. Ich würde sagen, es ist sowas wie die Extrem Trail Parks, nur dass das hier kostenfrei ist. Instruktoren stehen jeweils für Hilfe zur Verfügung und machen zwischendurch auch immer mal Spotlights in den Arenas, d.h. es gibt eine Demo meist in Online, Liberty, Freestyle und Finesse.

Linda ist zuerst zum Meet and Great über den Playground geritten und ist dann in der Arena geendet, wo ich ihr beim Training zugesehen habe. Jazz haben wir direkt zur Koppel gebracht, Highland ist sie in der Nähe ihres Stalls geritten, da heute der Flexion-Rein sein Thema war. Inzwischen war auch Rachel mit Fergi zurück und Linda und ich haben die Pferde zurück zu den Koppeln geshuttelt.

Danach sind wir zusammen zu Dish zum Mittagessen gegangen und noch kurz nach nebenan in einen Tackstore zum Shopping. What a fun day! Rachel und Amy haben die Abendfütterung übernommen, great, um 17h ich bin nach Hause gefahren und habe mal meine Emails gelesen und sortiert.

Freue mich auf morgen!

Freitag, 19.01.2018

Heute Morgen sind die ungebackenen Zimtschnecken mit zur Ranch gefahren und dort gebacken worden, so dass sie warm waren, als wir sie um 9h gegessen haben – MJAM! Vorher habe ich das komplette Pferdefrühstück bereitet und mit Rachel zusammen „ausgeliefert“ ;-). Dann haben wir noch Heu geholt und sind mit einer Ladung Pferde zum Stall zurück geshuttelt – sehr effizient wir beide.

9h war Linda da, wir haben Eef und Annemyke verabschiedet, dann ging es bis 10:30h weiter mit Theorie. Apollo war heute nochmal mit den Bunjees dran, Linda ist Jazz geritten, McK Salty und Rachel Zen.

Um 11h kam Janice mit ihren beiden Pferden und ihrer Trainerin Sarah Martin, um Sarah nochmal vergleichsweise beide Sättel reiten zu lassen.

Zum Warmup für Apollo waren heute wieder die Pylonen dran. Heute hat er nicht nur die Nase daran gehalten und es ein kleines Stück hoch gehoben, sondern wir haben es geschafft, dass er 1. damit gelaufen ist und mit die Pylone zurück gegeben habt und 2. Sogar damit ein kleines Stück auf mich zugetrabt ist. Er findet Gefallen an der Sache, also haben wir‘s beendet, bevor es keinen Spaß mehr macht und sind zu den Bunjees übergegangen. Ich habe von Anfang an beide Gummis dran gehabt und er ist damit getrabt (besser vorwärts als gestern) und galoppiert (ohne Außengalopp) – aber beides nicht sehr lange. Er hatte offensichtlich einen leichten Muskelkater von gestern.

Zum cool Down haben wir reitend noch eine Runde über den Playground gedreht und sind dann mit Rachel zurück zum Stall und von dort aus zurück zur Koppel.

Danach bin ich ohne Pferd zum Playground gelaufen, weil ich die Sattel-Probe ansehen wollte. Sarah hat zunächst in Janices „alten“ Sattel geritten, und dabei netterweise alles erklärt, was sie macht und was sie fühlt und was ihr Ziel ist. Es hat allerdings ziemlich lange gedauert, bis sie mit dem Ergebnis zufrieden war.

Dann haben wir zu Lindas Sattel gewechselt und puh, krasse Verwandlung, deutlich mehr Schulterfreiheit, deutlich mehr vorwärts, deutlich mehr schwingen. Auch Sarahs Empfinden im Sattel war, dass das Pferd jetzt deutlich zugänglicher für ihre Hilfen war. Interessant und sehr offensichtlich zu sehen! Daher hat dieser Part auch nicht lange gedauert ;-)

Linda und ich sind dann mit dem Golfcard zum Honeycomb , gefahren. Rachel hatte Dylano aufgewärmt und ist ihn im auf dem Cloverleaf geritten, Linda hat sie gecoacht in Reins-Mean-Go! Auch sehr interessant zu sehen, wie super schnell Dylano das verstanden hat und wow, sieht krass aus, wenn er wirklich vorwärts geht.

Auf dem Rückweg zum Stall haben Linda und ich bei den Pferden die noch draußen waren, die Decken abgenommen. Dann hatte ich ½ Std Lunchbreak, bevor wir uns wieder im Classroom zu einer kurzen Besprechung getroffen haben, und dann zusammen mit den Mädels von Pats Barn das ganze Setup für morgen vorbereitet.

Als ich dort mit meinem Teil fertig war, bin ich zum Stall gelaufen, habe die Abendfütterung vorbereitet und Ställe sauber gemacht. Dann bin ich schnell zum Duschen heim gefahren, um direkt wieder zurück zu kommen, um mit Rachel einzudecken und zu füttern und pünktlich um 5:45h vor Lindas Tür zu stehen, bereit für die Abfahrt zum Abendseminar mit Janice Dulak.

Ein paar Mädels aus Pats Barn sind hinter uns hergefahren, insgesamt waren wir zu neunt! Insgesamt waren ca. 30 Personen dort. Es gab Getränke und ein paar Häppchen und einige nette Gespräche vorab. Ich habe ein nettes Kompliment für mein gutes Englisch bekommen heute Abend: eine Engländerin und eine Amerikanerin haben getippt ich komme aus Utah!

 Thema des Theorieabends war, der Sitz des Reiters auf Sicht von Pilates und hat sehr schön einige biomechanische Zusammenhänge im menschlichen Körper erklärt, die für den Sitz wichtig sind! Da wir immer mal wieder aufstehen mussten um Bewegungen auszuführen und Dinge zu spüren, gab es keine Chance einzuschlafen ;-). Um 9h waren wir zurück auf der Ranch und ich bin direkt weiter nach Hause zu Jae gefahren.

Puh bin ich müde, aber ein gutes müde :-)! Linda hat gestern erzählt, dass falls jemand depressiv wäre, müsste man nur drei Tage lang den Schlaf dieser Person auf nur 5 Std beschränken, damit die Depression vorbei wäre. Kann ich mir vorstellen – nach der zweiten Nacht bekommt die Depression angst und haut ab ;-) ;-) ;-)

Oh und Linda hat mich gefragt, ob ich gern nächste Woche im Lehrgang bei Arthur Kottas mitreiten möchte :-)! Ich habe abgelehnt und gesagt, dass das Ready gegenüber unfair wäre, weil er einfach nicht so weit ist. Lindas Antwort: „I agree“ - trotzdem hat es mich sehr gefreut, dass sie mich gefragt hat.

Donnerstag, 18.01.2018

Als ich heute Morgen auf der Ranch ankam, gab es eine Planänderung, da Linda einen Foto Termin am Vormittag hatte. Wir haben Pferde reingeholt und gefüttert und geputzt, sowie alle treatments erledigt.

Dann sind Rachel mit Fergi und ich mit Ready zum Playground gelaufen und haben dort Online begonnen. McKensey mit Salty haben wir dort getroffen. Ich habe zuerst nochmal die Wippe besucht, als wir zwei Füße darauf hatten und die Hinterhand auch kurz davor stand bin ich zum Reiten übergegangen.

Trensen wird jeden Tag besser, heute hat Ready die Trense gesehen und nach dem Gebiss gesucht :-). Beim Reiten war er zuerst sehr verhalten, beim antraben waren immer wieder leichte Ansätze zu buckeln, was denke ich auf einen guten Erfolg seiner Behandlung hindeutet.

Weil wir nur zu dritt und relativ weit verstreut waren und war er erstmal mehr connected zu den anderen Pferden als zu mir. Also bin ich immer wieder näher und wieder weg geritten, bis es besser wurde und man keinen Unterschied mehr merken konnte.

Dann habe ich den Galopp dazu genommen und mir McK zu Hilfe genommen, die auf einem Zirkel getrabt ist – während ich im weiten Stick to me außen mit galoppiert bin. Das hat dem Vorwärts deutlich geholfen, auch wenn der Galopp sich immer noch nicht „gesprungen“ anfühlt und für ein VB deutlich zu langsam ist.  

Beim Absatteln hatte ich das gleiche Ergebnis wie gestern, Pferd komplett trocken, aber direkt hinter den Schultern eine sehr große, sehr nasse Stelle. Annemyke fand das ein gutes Zeichen :-)

Ich habe Apollo gesattelt und beschlossen ihn heute mit den Körper-Bunjees zu trainieren. Ready haben wir zusammen zurück zur Koppel geshuttelt und sind dann zum Playground. Zum Warmup waren wir ebenfalls an der Wippe und ich musste herausfinden, dass auch er die Sache nicht ganz koscher findet.

Kurz Zeit später kam Linda mit dem Golfcard dazu, als ich gerade die Körperbänder befestigt habe. Interessanter Weise war das unter seinem Bauch gar kein Thema, ich musste es sogar wieder etwas fester machen, weil ich „mehr“ Umfang erwartet hatte. Ich habe ihn erst damit ein wenig umher bewegt, bevor ich das Band um seine HH befestigt habe. Und meine Güte, seine Hinterhand ist WEIT hinter ihm, diese Bänder waren straff straff!

Dann habe ich ihn nach Trab gefragt und experimentieren lassen, relativ bald war seine Nase auf dem Boden, gaaaaaanz langer Hals und der Trab wurde immer mehr vorwärts. Am Schluss haben wir es auch mit Galopp versucht, was linke Hand ganz ok ging, aber nur relativ kurz, während er rechte Hand nur im Außengalopp unterwegs war, aber das deutlich länger halten konnte. Nach ca 15 min war das „Benzin alle“ – wir haben aufgehört.

Nachdem auch Apollo wieder auf seiner Koppel war, hat Rachel mit Highland eine Spring Session mit Linda bekommen, das war cool zuzusehen. Los ging es online im Honeycomb am Lasso und nachdem er das Ziel verstanden hat, ist Highland durch alle 4 kleinen Zirkel gesprungen, super cool. Ich poste euch das Video auf FB!

Danach ging es im Sattel weiter, zunächst kleine Sprünge aus dem Trab und dann immer größere. Der Typ kann springen, das ist einfach krass!

Nach einer kurzen Luchbreak hatten wir um 15h ein Treffen im Classroom mit Pats Leuten, um das Setup für die Pony Party / Openhouse am Samstag zu besprechen.

Danach haben Rachel und ich den Feed-Run gemacht und ich bin schnell nochmal heim geflitzt, habe nochmal Schnecken-Teig vorbereitet und mich schon wieder fertig gemacht um zurück zur Ranch zu fahren.

Um 19h waren wir alle zu einer kleinen Party bei Linda eingeladen waren, zum Abschied von Eef und Annemyke morgen. Linda hat für uns gekocht, Annemyke hat einen mega leckeren Bananen Schoko Kuchen zum Dessert gemacht. Extra gute Unterhaltungen, wir haben total viel gelacht und wir haben uns lange über Anthony Robbins 6 human needs unterhalten. Sehr interessant, googelt es mal!

Auf der Heimfahrt eben (kurz vor Mitternacht) waren NULL andere Autos auf der Straße unterwegs – ich weiß nicht, wann mir das zuletzt passiert ist. Und guess what, ich wundere mich, warum die Straße nass ist, aber es sind tatsächlich hier die Rasensprenger an! Ich musste strategisches zur Tür rennen machen und bin trotzdem nass geworden. Americans are crazy ;-)

Mittwoch, 17.01.2018

Ich bin extra früh aufgestanden, habe die Zimtschnecken gebacken und bin damit zur Ranch gefahren. (Mein neues Auto fährt ganz wunderbar und spricht sogar mit meinem Handy- spielt meine Musik wenn ich fahre.) Die Mädels waren begeistert :-)

Ready hat gestern Nachmittag noch eine Behandlung von Annemyke bekommen. Sie hat mir erzählt, seine schlimmste Stelle war in den Lendenwirbeln kurz vor seinem Kreuzbein, dort musste sie ihn nur anfassen und schon hat er gebockt – der Arme. Die komplette Oberlinie war fest gezogen, aber sie konnte alles lösen und er war hinterher sehr entspannt. Beim Putzen habe ich gemerkt, dass der Rücken, sehr sensitiv war, aber Annemyke sagt, er kann dort jetzt wieder was spüren, was zunächst komisch ist. Ich habe dann heute morgen seine Topline Points mit dem Redlight behandelt, das hat er sichtlich genossen.

Als Linda kam, haben wir mit Zimtschnecken und Cupcakes und Theorie unserem Tag begonnen. Dann habe ich Ready erstmal am Boden mit zum Playground genommen, damit er sich an das neue Körpergefühl mit Sattel gewöhnen kann. Wir waren mit seinen Vorderfüßen im Teich, auf der Brücke UND sogar auf der Wippe. Ersteres war leicht, die beiden anderen etwas außerhalb seiner Komfortzone ;-).

Dann habe ich ihn geritten und wie von Annemyke angekündigt, mußte er sich erstmal an sein neues Körpergefühl gewöhnen, war etwas unsicherer auf den Füßen und nicht so vorwärts wie gestern. Gemäß Anweisung habe ich ihn nur leicht bewegt und bin dann zum Stall zurückgeritten. Beim Absatteln hatte ich bei einem komplett trocknen Pferd zwei runde Schwitzstellen genau dort, wo die Löcher hinter seinen Schultern sind. Diese Stelle liegt aber vor meine Shims, bekommt also gar keinen Druck ab, und der Sattel ist nicht gerutscht. Interessant also, dass der atrophierte Muskel stark gearbeitet zu haben scheint!

Dann habe ich Apollo geholt, der schon am Tor stand und gewartet hat. Ich habe ihn gesattelt und zum Playground gebracht, wo ich mit einem Pylon touch it gespielt habe, bis er angeboten hat ihn ins Maul zu nehmen. Dafür gabs nen Keks. Uh, damit stieg sein Interesse an dieser Session und seine Motivation deutlich an. Wir haben es hinbekommen, dass er den Pylon mehrfach angehoben hat und auch einen Schritt getragen, bevor er ihn wieder fallen liess ….

Das war ein gutes Warmup – ich hatte beim Reiten direkt vorwärts und habe realtiv schnell beim ride the line auch wieder den Galopp angeboten bekommen. Und Schwups waren wir auch schon fertig – short sweet successful.

Ich bin zum Honeycomb geritten, wo Rachel Dylano geritten ist. Sehr sehr cool zu sehen, er war die Ruhe die selbst und hat fleißig seine Runden gedreht, brav die Richtung gewechselt und ist gut vorwärtsgegangen.

Nach der Mittagspause, in der ich ein absolut geniales veganes Erdbeer-Tiramisu von Eef und Annemyke zum Nachtisch hatte, haben wir den Roundpen abgebaut, damit Carlos den Platz ziehen konnte, Rachel und ich haben dann Golfcard-Runs gemacht: Mist weggefahren, Heu geholt, Pferde alle eingedeckt, dann noch die Boxen gemistet und fertig waren wir.

Heute Abend habe ich gekocht, Penne mit diversem Gemüse und Feta-Käse.

Dienstag, 16.01.2018

Jae hat mir freundlicherweise heute ihr kleines Auto geliehen, so dass ich safe and sound auf der Ranch ankam. Alle Mädels haben zusammen die morgendlichen Arbeiten gemacht, um 9h kam Linda und wir haben wieder mit einer Theorie Runde und simulations zum Thema ride off the seat begonnen. Vor dem Reiten haben wir uns noch die unterschiedliche Bemuskelung einiger Pferde angesehen und besprochen.

McKensey hat heute ein Pferd mitgebracht, Linda war auf Jazz, Highland ist frei mit uns gelaufen, Amy war Tyson, ich mit Ready unterwegs und Rachel sollte Unterricht auf Zen bekommen, dem Lead-Change-Master (Meister der fliegenden Galoppwechsel). Eef und Annemyke ware mit dem Golf Card dabei, was mega praktisch war, da man dort immer einiges mitfahren lassen kann.

Als Linda fertig war mit Reiten, habe ich mit ihr das Shimming für Readys Sattel besprochen, das mir so nicht gefallen hat wie es war. Sie hat daraufhin vorgeschlagen, dass ich ihn ihrem Sattel reiten soll, der mir noch deutlich lieber ist. Lindas Sattel ist ein superwide Pro Dressage – ich hatte zuerst Bedenken, er könnte zu groß für Ready sein, aber er fand ihn sofort suuuuuper!

Ich habe für euch ein paar Fotos aus Videos rausgeschnitten, die Amy freundlicher weise von meinem Ritt gemacht hat, ihr findet sie auf Facebook! Leider kann man sich nicht gleichzeitig auf die Bedürfnisse des Pferdes und das eigene Reiten konzentrieren, aber abwechselnd geht es!

Mein anderes Bild im Kopf nach den Simulationen und allem was ich in den letzten Tagen gesehen und gelernt habe, plus der Sattel der ihm deutlich mehr Platz geboten hat, haben gleich zu einem deutlich verbesserten Gang und viel mehr vorwärts geführt. Jedesmal, wenn ich ihn nach angaloppieren gefragt habe, hat er erstmal leicht gebuckelt – was absolut reitbar und im Grunde sogar richtig cool war, weil er endlich mal auf die Idee kam, dass man den Brustkorb anheben kann und es zumindest kurz auch versucht hat.

Meine Anfrage während des Galoppierens etwas mehr Sprung haben zu wollen wurde allerdings mit icky ears = Ohren zurück und treten nach dem Schenkel quittiert. Ok, ich habe verstanden, das geht (noch) nicht! Ich habe zwar leider Rachels Unterricht verpasst, aber dafür ziemlich viel getrabt und galoppiert, Ready immer wieder weiter von der Gruppe der restlichen Pferde weg geritten und wieder zurück, bis er besser damit klarkam.

Insgesamt war ich sehr zufrieden mit uns heute, auch wenn mein Körper noch nicht genau das tut, was ich von ihm möchte, aber na warte, den bekomm ich auch noch in den Griff ;-)

Zum Abschluss habe ich mit Rachel noch eine Runde über den Playground gedreht – auch das wird immer besser. Ready hat eine Dusche bekommen und sollte heute noch eine osteopathische Behandlung von Annemyke bekommen.

In der Lunchbreak habe ich mich dann mal wieder der Mietwagenfirma an die Fersen geheftet – und siehe da, man wollte mir ein neues Auto schicken. Ich habe also noch schnell Ställe gemistet, und bin dann „nach Hause“ gefahren.

Erstmal musste ich duschen, dann habe ich meinen Laptop ans Fenster geschoben und auf meinen Mietwagen gewartet, der gegen 16:30h auch hier eingetroffen ist – YEY! Schickes neues Auto, deutlich besser als das mit dem platten Reifen – ich habe offensichtlich ein upgrade erhalten!

Für eine kleine Probefahrt bin ich mit Jae zu Cloe gefahren und habe ihr Unterricht gegeben, was sie sich schon seit Tagen wünscht, aber wir sind noch nicht dazu gekommen! Cloe ist eine mary mare, wie man hier sagen würde, eine stutige Stute, immer gern mal die Ohren auf dem Hals! Ihre Persönlichkeit ist LBE/LBI. Wir haben ihr beigebracht die Fliegenmaske zu apportieren – EASY DEAL – sie war mit Begeisterung dabei. Nach wenigen Versuchen konnten wir die Distanz steigern und dann das Tempo, am Schluß haben wir es at liberty gespielt. Jae war begeistert, Cloe auch.

Als wir heim kamen, hatte Ralph Hamburger gemacht – ich habe meinen mit Salat, Granatapfel, Trauben, Walnüssen und Brie gegessen. Danach habe ich Kardamom-Zim-Schnecken gemacht, die jetzt im Kühlschrank gehen für morgen früh!

22:30h jetzt - jeden Abend will ich gern früher ins Bett gehen, aber klappt nicht ;-)

Montag, 15.01.2018

Heute hatten wir zusätzlich McKenesy aus Pats Barn bei uns, so dass unsere Morgenrunde noch etwas leichter wurde. Als Linda kam, haben wir wieder mit einer kurzen Theorie begonnen.

Offensichtlich hat unser Ausflug gestern ein paar Bilder im meinem Kopf klarer gemacht, besonders eine genauere Definition von „forwards off the seat“. Während Janice, das tatsächlich versucht hat, mit ihren Unterschenkeln und den Po zu tun, reitet Linda mehr „from her core“, Po, Hüfte, Beine liegen sehr neutral und ganz ruhig am Pferd. Dabei war sie deutlich erfolgreicher Ruby vorwärts zu reiten, und er sah dabei noch deutlich zufriedener aus!  Gut war außerde, dass ich ein paar Videos von mir auf Ready hatte, so dass ich gut vergleichen konnte, was von dem ich schon ganz gut umgesetzt habe und wo es noch fehlt!

Mein erstes Pferd war heute Apollo. Nach einem kurzen Warmup am Boden (LBE – take him to places, touch it – but not only with the nose, but with the shoulder, side, hindend f.e.) hat er wieder sehr bereitwillig die Trense genommen und ist diesmal auch sehr flott mit mir zum Baumstamm gelaufen, an dem ich aufgestiegen bin. Habe meine Erkenntnisse von gestern angewendet und versuch ab der Taille abwärts komplett ruhig zu sitzen und nur in dem Bereich zwischen meinen Rippenbögen vorwärts zu reiten. Thunk, thunk, wenn er darauf nicht reagiert hat, aber weder Po noch Schenkel für Druck verwenden.

Ich war beeindruckt von den results: Apollo ging vorwärts, ich bin ein sehr großes ride-the-line im Trab geritten und wann immer er versucht hat langsamer zu werden, sind meine Beine und Po gefolgt, aber meine Intension hat an meinem Wunschtempo festgehalten, was mega schnell dazu geführt hat, dass wir auch wieder in diesem unterwegs waren. Er hat außerdem wieder angeboten zu galoppieren, diesmal auch ein Stückchen länger. Cool! Nach dem Motto: keep it short, sweet, successful wollte ich mal nichts über die Uhr ziehen und habe aufgehört, als alles immer noch aller bestens war und bin zurück zum Stall geritten.

Mein Warmup für Ready hat im herumstehen und ein bissel umherwandern und beim Unterricht zusehen bestanden – optimal, er hat mehrfach abgeschnaubt. Dann habe ich ihn getrenst und bin geritten und auch hier war der Schritt sofort deutlich freier und besser vorwärts, im Trab fing es noch etwas langsam und steif an aber dann sehr gut. Leider hat sich heute der Reißverschluß eines meiner Reitstiefel verabschiedet, so dass ich mit Chaps reiten musste, die es mir deutlich schwieriger machen, meine Fußgelenke still zu halten.

Um 14h waren wir mit Reiten fertig und sind zum Stall zurück gewandert, haben Pferde versorgt und eine Lunch-Pause gemacht. Danach ging es weiter mit Stallarbeit, die Fässer mit Mist mussten ausgeleert werden, Abendfütterung und unsere drei externen Pferde sind auf eine neue Koppel umgezogen, wo noch Wasser installiert werden musste.

Danach bin ich mit Amy und Rachel zu Tack Shack gefahren, wo ich meine Stiefel reparieren lassen wollte – aber nein, Reißverschlüsse machen sie nicht :-(. Danach mußten die beiden glücklicherweise noch zu Publix, so dass ich auch noch zum Einkaufen kam, denn ich war out of fresh Obst und Gemüse!

Zurück auf der Ranch habe ich im dunklen meinen Reifen neu mit Luft befüllt und bin zu Jae nach Hause gefahren. Nachdem ich etwas gegessen hatte, habe ich mit Jaes Telefon zum Glück 1 Std 15 min in der Warteschleife und schließlich mit einem Mitarbeiter der Mietwagen Hotline verbracht. Innerhalb von 24 Std sollte ich jetzt ein neues Auto bekommen – ich bin gespannt! Er hat gleich schon mal dazu gesagt, dass falls innerhalb dieser Zeit niemand anruft, ich mich nochmal melden soll. Das werde ich ganz bestimmt tun. Habe jetzt immerhin eine CaseNo, so dass man dann hoffentlilch weiß wovon ich rede und nicht alles fünfmal erzählt werden muss! Ihr dürft mir gern die Daumen drücken.

Sonntag, 14.01.2018

Coldsnap – heute Morgen musste das komplette Auto frei gekratzt werden, der Reifen sah optisch ganz ok aus. Dann war ich kaum bis zur Hauptstraße gelangt, als die Warnleuchte anging und mir das Auto sagte „Check Tire Pressure“. Also bin ich in eher langsamen Tempo bis zur Ranch gefahren.

Dort business as usual: wir haben gefüttert, Pferde reingeholt, geputzt, treatments erledigt und alle Gamaschen und Seile gewaschen.

Als Linda kam, haben wir mit einer Theorie Session im Studio begonnen. Eins der Topics war der Unterschied von „LET the horse run“ und „ALLOW the horse to run“ – der Teufel liegt im Detail. Ich konnte fast nicht so schnell schreiben, wie ich gern Notizen gemacht hätte. Mein Lieblingszitat von Linda heute „comfort is very critical to a horse and the release has to be harmony in the end”!

Um 11:30h haben wir die Pferde gesattelt und sind zum Playground gegangen, Highland durfte frei mitlaufen und ist nur so hin und her geflogen, immer schön nah an den anderen vorbei! Da ist man gleich doppelt so froh ein introvertiertes Pferd zu haben, das in diesem Fall einfach wie angewurzelt steht und während ihm fast die Augen aus dem Kopf fallen ;-). Möchte mir gar nicht vorstellen, wie saucool der kleine Leo das finden würde und wäre nicht sicher, ob das Lasso dann lang genug wäre….

Wie ihr sicher bemerkt habt, habe ich vorgestern leider fälschlicher Weise die LB-Strategie für den armen Ready zum Warmup verwendet, indem ich auf dem Playground zu den Obstacles gegangen bin. Heute hab ich das besser geplant und (take the time it takes) bin einfach nur umher geschlendert, bis er sich entspannt hat.

Dann haben wir ein wenig die Füße bewegt am Seil, bevor ich getrenst habe und aufgestiegen bin. Von heute gibt es glücklicherweise ein paar Fotos und Videos, weil Eef und Annemarie im Golfcard dabei waren und das übernommen haben.

Wie vorgestern war der Schritt ziemlich klemmig. Also bin ich am langen Zügel so lange in Lindas Arena geritten, bis das besser wurde. Ich habe ihn nur dann kurz zurückgelenkt, wenn Ready die Arena verlassen hat und aufs Gras abgebogen war. Dann haben wir das Gleiche im Trab gemacht. Ich habe ihm ERLAUBT das Tempo im Trab zu wählen, und bin einfach ohne nach etwas zu fragen in Harmonie mit ihm geblieben. Nur wenn er durchpariert hat, was lediglich zweimal passiert ist, habe ich ihn einfach wieder angetrabt.

Heute hat er deutlich schneller losgelassen und ist freely forwards gelaufen. Dann habe ich angefangen die Zügel zu nehmen, was zu sofortigem langsamer werden und Hals einknicken geführt hat. Ich habe einfach so lange immer wieder Zügel langsam genommen und dabei mm-weise wieder rausrutschen lassen, ohne darüber nachzudenken ihn einzurahmen, durchs Genick reiten zu wollen, oder geschweige denn zu lenken, bis er angefangen hat, den Kontakt zu suchen, statt ihm auszuweichen und dabei vorwärts zu gehen und nicht zu bremsen.

Linda war zwischenzeitlich schon mit ihrem zweiten Pferd Highland fertig, hat uns aber noch eine Demo zum „flexion rein“ mit ihm gegeben. Die meisten anderen sind danach zurück Richtung Stall, ich bin noch geblieben, weil ich gern noch sehen wollte, ob ich es hinbekomme, dass Ready abschnaubt. Ich war positiv überrascht, dass es für ihn ok war, dass alle anderen gegangen sind - bis auf Rachel, die noch eine Runde auf dem Playground gedreht hat.

Keine drei Tritte nachdem ich angetrabt war, war das Abschnauben da :-). Also habe ich durchpariert, bin zu Rachel geritten und mit ihr zurück zum Stall. Wir haben die Pferde versorgt, ich habe schnell noch die eine Hälfte der Ställe gemistet, weil wir schon 1 Std später wieder los gefahren sind zu unserem nächsten Field Trip.

Es ging zu Janice Dulak, die gern Lindas Sattel ausprobieren wollte und eine spooky corner, oder eher gesagt kurze Seite in ihrer Arena hat und das gern beheben wollte.

Zunächst ist Janice in Lindas Sattel geritten, dann wollte sie ihr Pferd gern nochmal sehen und Linda ist ihn geritten. Danach haben sie nochmal zu ihrem jetzigen Sattel zurück gewechselt, aber nicht lange. Ruby hat sofort gesagt, er will so nicht laufen, ging nicht mehr vorwärts, die Tritte wurden kurz und laut und während er vorher anstandslos an besagter kurzer Seite vorbeiging, gab es jetzt einen großen Spuk!

Also haben sie nochmal zurück zu Lindas Sattel gewechselt und jetzt war die Änderung fast noch offensichtlicher. Außerdem ging er wieder mehrfach an der kurzen Seite vorbei ohne auch nur nach den Büschen zu schauen. Hmmmmmm – how interesting!

Zurück in LindaLand haben wir die Pferde gefüttert und noch eine kurze Nachbesprechung im Studio gemacht und nochmal Videos angesehen, die Amy am Nachmittag gemacht hat.

Ich hatte gerade vor, mal wieder Luft in meinen Reifen zu pusten, um die Heimreise anzutreten, als Linda mir einfach ihr Auto zur Verfügung gestellt hat bis morgen. Einfach total unkompliziert und großartig! Ich glaube niemand, der sie je persönlich kennengelernt hat, wird jemals etwas Böses über sie sagen.

Da ich den kompletten Tag nur einen Bagel gegessen habe, habe ich heute Abend gekocht: Zwiebeln, Ingwer, Zucchini, Kichererbsen und Tomaten mit chinesischen Eiernudeln gewürzt mit rotem Thai Curry – MJAM! Jae hat es versucht, aber fand es nicht essbar, aber Ralph fand mein Essen sehr lecker und hat mir Gesellschaft geleistet!

Dann habe ich noch schnell heiß geduscht und zack, es ist 22h, ich pack mich jetzt auf meine Heizdecke und lese noch ein paar Seiten in meinem „Das Geheimnis der unsichtbaren Hilfen“-Buch. Over and out für heute!

Samstag, 13.01.2018

Heute war länger schlafen angesagt, da wir uns erst um 11h treffen wollten, um zum Turnier zur fahren. Bis dahin lief alles ruhig und easy, aber als ich das Haus verlassen habe, habe ich schon gesehen, dass mein Mietwagen vorne links einen Plattfuß hat :-(. Nobody else home – great! Gestern hat mir das Auto gesagt, ich möge bitte die Tire Pressure checken, hmmmm.

Glücklicherweise war Jae bald danach zu Hause und hatte einen mobilen Reifenauffüll-Kompressor, der mit dem Zigarettenanzünder im Auto funktioniert. Wir haben den Reifen aufgefüllt, dabei gesehen, dass beide Frontreifen eher KEIN Profil mehr haben. Trotz des Refills blieb die Warnleuchte an.

Ok, dann kümmern wir uns eben heute darum. ALLERDINGS es ist einfach unmöglich, mit einem ausländischen Handy eine inländische kostenfreie Rufnummer anzurufen – gleiches gilt selbstverständlich, wenn man aus den USA die deutsche Servicenummer wählen will. Ist das nicht großartig? Gut, also erstmal an den Laptop zurück und nachsehen, ob man irgendwelche nicht kostenfreien Nummern herausfinden kann – Fehlanzeige!

Eef hat mir dann per Message den Tipp gegeben, die kostenfreie Nr in die Kontakte meines Handys aufzunehmen und AHA, ja dann kann man dort anrufen! How interesting!

Allerdings bekam ich die Ansage, dass ich außerhalb der Geschäftszeiten anrufe – während die Website sagt: 24h: an 7 Wochentagen. Samstags mittags scheint nicht dazu zu gehören! Also gut.

Schließlich konnte ich über den Laptop eine Nummer erreichen, aber dort hat man mir lediglich mitgeteilt, dass ich den Vermietungspunkt in Orlando direkt anrufen muss und hat mir auch eine „Durchwahl“ gegeben. Dort erhielt ich aber leider nur eine Ansage, dass mein Anruf aufgrund des hohen Anruf-Volumens leider nicht angenommen werden kann, und ich es später wieder versuchen soll. Ja sicher!

Ich habe mich dann nochmal mit dem Serviceheft beschäftigt und alle 4 Reifen gecheckt, beide rechts zu hoher Reifendruck, hinten links war ebenfalls zu niedrig, also habe ich die linken Reifen an die rechten angepasst und bin dann eine Runde um den Block gefahren, damit sich das Reifendruck Kontrollsystem resetten kann, und YES, jetzt bin ich die Warnmeldung los – nur 3 Stunden später!

Habe dann entschlossen, eine Email zu schicken und zu fragen, was ich tun und wo ich anrufen soll, falls mein Reifen morgen wieder platt ist, wohin ich die Fotos der Vorderreifen ohne Profil schicken soll, und ob man vielleicht darüber nachdenken möchte vielleicht das komplette Auto auszutauschen. Angeblich bekommt man innerhalb 4 Stunden an einem Werktag eine Antwort – wait and see. Telefonisch komme ich hier sowieso nicht weiter!

Das Turnier wäre gute 40 min Fahrt (one way) entfernt gewesen. Dazu hat Eef mir geschrieben, es lohnt sich nicht noch hinterher zu fahren, es sei schweinekalt und sie planen auch nicht bis zum Schluss zu bleiben.

Da ich nicht besonders erpicht darauf war, meine Reifen einer Challenge auszusetzen, habe ich im Warmen etwas weiter an meiner Übersetzung gearbeitet – und tatatata bin FERTIG geworden!

Abends war ich noch mit den Mädels, die mich freundlicherweise abgeholt haben, bei Tonys Sushi – MJAM!

Freitag, 12.01.2018

Heute Treffen der Barn-Crew um 7:30h, ich habe mit Rachel Futter zubereitet, während andere Pferde rein geholt oder Wasser aufgefüllt haben. Wir hatten alle Pferde sauber und alle treatments erledigt bis 8:45h :-). ….. und das obwohl Dylano und Apollo eine Dusche brauchten, weil sie sich dermaßen im Dreck gewälzt haben, dass man die ursprüngliche Farbe fast nicht erkennen konnte.

Als Linda kam hat sie mit Jazz, Amy mit Tyson, Rachel mit Fergi und ich mit Ready begonnen. Mein Plan: im den Playground zeigen, sehen wo seine thresholds sind, ihn ein wenig online bewegen und dann reiten if possible.

Kleine Zwischenanmerkung: ich hatte letzt ein Gespräch mit Eef darüber, dass wenn man in Europa ein Pferd als reitbar bezeichnet, man meint, man kann es S / T / G auf jeder Hand reiten und es ist das gewöhnt. Hier bedeutet ridable im schlechtesten Fall „es war schon mal jemand oben und ist nicht beim Versuch verstorben“, aber es sagt, absolut nichts darüber aus, WANN zuletzt jemand den Versuch gestartet hat, WELCHE Gangarten das Pferd mit Reiter kennt und wie häufig in seinem Leben überhaupt jemand geritten ist. Das bringt uns direkt zu Parelli Principle Nr. 2: „Don‘t make or teach assumptions“!

Ready ist ein feiner Kerl, feingliedrig, feines sehr weiches Fell und wenig davon, sehr zurückhaltend, stets sehr bemüht – RBI. Ich habe zwei Gang runter geschaltet und bin mit ihm umhergeschlendert, so dass er gehen UND sich umsehen konnte.

 Als er die Wippe gesehen hat, sind ihm schon fast die Augen aus dem Kopf gefallen, aber mit 3-4 Stopps konnten wir bis dorthin gelangen. Ich habe mich dann drauf gestellt und es sehr langsam einmal wippen lassen und sofort war Ready am Ende des 7 Meter Seils mit weit aufgerissenen Augen und dollem Schnorcheln. Also haben wir Approach und Retreat gespielt bis ich ein wenig wippen konnte, und er nur leicht gezuckt hat, aber stehen bleiben konnte. Zu keiner Zeit hat er versucht sich los zu reißen um zu fliehen oder sowas, sondern immer den Kontakt zu mir gesucht. What a good boy.

Danach wollte ich ihn ein bisschen seine Füße bewegen lassen, aber typisch introvertiert ging das nur sehr bedingt, langsam und sehr wenig Runden bevor er wieder zu mir kommen wollte. Ich habe dann entschieden, dass das für mich reitbar aussieht, getrenst und bin mit ihm zu einem Baum zum Aufsteigen gegangen. Puh das war auch erst nicht möglich, ich war zu hoch und zu unbekannt, aber auch hier, hat es nur ein wenig mehr Zeit gebraucht (die man übrigens nicht mit etwas TUN sondern mit WARTEN verbringt), bis er gesagt hat, ich darf aufsteigen.

Er ist ein Vollblut von der Rennbahn, ist Rennen gelaufen bis er 4 Jahre alt war, danach war er Vielseitigkeitspferd – all das kann man sich nicht vorstellen, wenn man aufgesessen ist. Der Rücken verschwindet nach unten, der Hals bekommt 57 Gelenke und zieht sich ein, wie bei einer Schildkröte, Beine bewegen sich sehr langsam und choppy, sehr kurze, festgehaltene Tritte, wie ein Pony.

Ich habe beschlossen ihm zu vertrauen und die Zügel ganz lang zu lassen, das macht den Hals wieder länger, und der Kopf ist ganz weit oben. So bin ich erst etwas im l-a-n-g-samen Schritt umhergeritten. Habe dann beschlossen die black arena zu wählen, weil es ein für ihn überschaubarer Bereich ist und Rachel mit seiner Kumpeline Fergi dort war. Im Trab war es dann fast noch schlimmer mit dem Gang – aber er hat immerhin die Gangart gehalten. Also habe ich immer mal wieder nach mehr vorwärts gefragt, ihn dann wieder in Ruhe gelassen, dann wieder gefragt, und ihn Ruhe gelassen und so weiter, bis sich endlich mal die Beine bis zu den Schultern bewegt haben. Dann wurden die Tritte nach und nach länger, der Hals und Kopf kam tiefer und er hat abgeschnaubt.

Zunächst hat jeder Handwechsel zu erneutem starken Festhalten geführt, weil er befürchtet hat, dass ich die Zügel benutze, aber bald war ihm klar, dass ich das nicht tue und er blieb relaxed. Biegung und Rippen bewegen ist eine andere Sache die nur im mm-Bereich möglich war. Interestingly enough war  er am Ende nur nass geschwitzt von Mitte Hals bis Mitte Sattel, der Rest war trocken und ich war sehr zufrieden, dass wir, nach einigen Pausen in denen auch der Schritt deutlich besser war, wieder zurück in einen vorwärts Trab kamen.

Zur Belohnung habe ich zurück zum Stall geführt, es gab eine Dusche und er durfte zurück auf die Koppel. Wir haben Tyson noch mit zu Ready und Fergi gestellt und es war ähnlich unspektakulär, wie diese beiden zusammen zu tun. Kurzes Schnuppern, keiner quiescht, alles im Lot.

Es fing leicht an zu nieseln, aber Rachel hat zu Eef und mir gesagt, wir wären die „englisch Arena riding girls“ – das wäre ja wohl kein Regen. Also gut, Rachel hat Dylano und ich Apollo geschnappt und wir sind mit den beiden wieder zum Playground gelaufen. Ich hatte gerade ein paar point ot points im Trab begonnen, als der Regen langsam aber sicher stärker wurde und ich mich erst mal unter einem Baum gestellt habe und Rachel zugerufen, sie soll bitte nicht vergessen, dass Dylano auch aus Europa kommt und ich nicht sicher bin, wie regenfest er ist :-)!

Sie wollte mir gerade antworten, als es so richtig anfing zu schütten und sie lieber zu mir unter den Baum kam. Die Pferde standen wie zwei begossene Pudel neben uns. So haben wir vielleicht 10 min verbracht, dann wurde der Regen etwas besser, und Rachel fragt „wollen wir jetzt reiten, oder lieber schnell zurück zum Stall“? Wir laufen los, die Pferde brav neben uns her und kommen gerade eben unter dem Dach im Stall an, als es das nächste mal beginnt, wie aus Eimern zu schütten.

Zum Glück war es ca. 20 Grad warm, so dass wir nur sehr nass, aber nicht auch noch sehr kalt waren.

Wir haben dann beschlossen zu Dish zum Lunch zu gehen und haben dort, besser hätte man es nicht verabreden können, wenn man es gewollt hätte, Amy B. und das Springteam von gestern getroffen. So haben wir alle einen Tisch geteilt und ein nettes Essen gehabt. Da Dish um die Ecke bei Jae liegt, konnte ich danach nochmal kurz „heim“ fahren und trockene Sachen anziehen. Um 16h haben wir uns alle wieder im Stall getroffen, Pferde raus gebracht, gemistet, gefüttert und alles für morgen abgesprochen!

Morgen werden wir Amy B. bei einem Vielseitigkeits-Turnier unterstützen. Das Wetter ist sonnig vorher gesagt, aber wir werden einen „coldsnap“ haben, heißt, ab morgen ist es nur noch halb so warm, wie die letzten Tage – 10-12Grad tags und nachts um die Null!

Donnerstag, 11.01.2018

Alle Mädels (Rachel, Amy, Eef und ich) haben sich um 8h im Stall getroffen, Futter vor- und zubereitet und dann auf die unterschiedlichen Koppeln und Pferde verteilt – wir wurden schon erwartet!

Um 9:30h kam Linda dazu und wir sind zu Karen und David O’Connors Farm gefahren, wo wir die beiden auch live getroffen haben und bei zwei Trainingseinheiten zusehen durfte, in denen Pats Nichte Amy mit geritten ist.

Sehr akkurat und mit größer Ruhe wurden Basics trainiert, wie u.a. Rhythmus, Tempo, Abstände, Vorbereitung auf den nächsten Sprung. Der Reiter war verantwortlich für seine eigene Balance, durfte die Hände nicht am Hals abstützen, Hände mussten über dem Sprung immer vor dem Kopf sein. Eine Distanz mit mehr Galoppsprüngen zu reiten, also das Pferd mehr zu versammeln durfte nicht mit der Hand am Zügel herbeigeführt werden, immer wieder sagte er „open up in the front“. Man konnte die angenehme Atmosphäre zwischen David als Trainier und seinen sowohl zwei- als auch vierbeinigen Schülern sehr gut fühlen.

In der zweiten Trainingseinheit ist David selbst mit einer Stute mitgeritten, die vor wenigen Tagen aus Deutschland kam und beim Bundeschampionat erfolgreich war, ein ziemlich heißer Ofen, very spooky. Er hat mit kleinen, machbaren Aufgaben, mit klaren Linien und immer wieder viel Lob begonnen und man konnte sehr schön sehen, wie sie während des Reitens immer ruhiger und vertrauensvoller wurde und nachher auch sicher über die großen Sprünge gegangen ist.

Danach hatten wir Mädels mit Linda ein sehr nettes Mittagessen und waren gegen 15h zurück auf der Ranch. Wir haben die Pferde rein geholt, medical treatments und grooming begonnen.

Mein erstes Pferd heute war Apollo, der etwas argumentativ wurde, als er erkannt hat, dass wir die Trabstangen wiederholen werden. Er hat sich dann aber doch damit abgefunden und so waren wir damit dann auch schnell fertig.

Dann haben sich Linda auf Jazz, Amy mit Tyson, ich mit Apollo, Rachel mit Dylano und Eef mit Patrick und Highland freilaufend zum Playground aufgemacht. Ich habe mit Bit-Isolations begonnen, was sehr gut lief, also bin ich relativ bald aufgestiegen. Highland hatte einen seiner wilden Tage, als ob er vor ca 2 Stunden nach 7 Jahre Boxenhaft entlassen worden wäre ….., ist er immer wieder durchgestartet und hat seine Kreise gedreht.

Mein Thema waren Übergänge Schritt und Trab und den Hals verlängern im Trab. Beides ging relativ gut! Allerdings konnte ich heute irgendwie nicht richtig gut sitzen, musste mich ständig neu sortieren,  ich hab mich ein wenig wie in der Waschmaschine gefühlt – aber das Maul war heute weniger unruhig.

Danach war Ready noch an der Reihe, allerdings nur am Boden, da es inzwischen schon reichlich spät war und die Sonne hier recht schnell untergeht. Gleich beim friendly Game mit dem Stick hat er einen mittleren Anfall bekommen, dazu noch mein 7m Seil am Boden, ach herrje. Das inzwischen Jazz derjenige war, der frei umherfolg, half auch nicht viel weiter – aber in Anbetracht der Tatsache, dass er das ja gar nicht kennt, war er ziemlich brav. Nachdem friendly ok war ging es relativ schnell durch den Rest der Spiele und gab nur nochmal kurz Probleme beim Squeeze über die Trabstangen, was ich schon erwartet habe. Ok, das reicht für ein kurzes Kennenlernen ;-).

Wir haben Abendfutter gemacht und verteilt, alles wieder sauber gemacht und weg geräumt, um schwupps war es 18:30h bis wie fertig waren und stockdunkel!

Nachdem ich zurück bei Jae war, gab es einen schnellen Salat mit Couscous und eine dringend nötige Dusche!

Mittwoch, 10.01.2018

What a busy day. Heute Morgen kam Amy aus Kanada neu ins Team, sie war von Okt.-Dez. bei Pat und wird jetzt bis Ende März bei Linda reiten. Amy hat ihr Pferd Tyson dabei. Außerdem hat Rachel gestern noch ein Pferd, (a mary mare, eine stutige Stute) dazu bekommen, das einer Instruktorin aus der Nähe gehört.

Wir haben alle Pferde geputzt und Apollo ein paar kleine EHS Einheiten bekommen, die ihn tatsächlich immer mal wieder bewogen haben, das Heu fressen zu unterbrechen um kurz nachzudenken.

Da Ryan die nächsten 10 Tage nicht hier sein wird, haben alle Mädels zusammen Instruktions erhalten, welchem Tages und Zeitplan wir folgen müssen, um alles zu erledigen. Kurz nachdem Linda kam fing es leider, wie vorhergesagt, an zu regnen.

Kurz danach kam Sue und hat meine zweite Fellnase gebracht, sein Name ist Ready. Er ist ein Vollblut und er war bis 4 Jährig auf der Rennbahn, danach sollte er eine Vielseitigkeits-Kariere starten, war aber wohl doch nicht talentiert genug, so dass er nun mit 12 bei Sue gelandet ist, die ihn mir freundlicher weise zusätzlich zur Verfügung stellt. Er kam ohne Eisen, aber der Plan war, dass er von Lindas Schmied Tony neu beschlagen wird, der anyways gestern und heute bei uns tätig war.

Er hat uns erklärt, wie er ein erstes Assesment des Pferdes macht um zu sehen, worauf er beim Beschlag achten muss. Er beginnt grundsätzlich indem er den Rücken abtastet, an dem Ready zimelich empfindlich war, um dann an der Hinterhand zu beginnen und zu schauen wie die Kruppe bemuskelt ist, ob eine Seite der Hüfte höher steht. Danach schaut er sich die Form der Hufe an. Aus all dem ergab sich für ein den rechten Hinterhuf auf ein Shim zu stellen, was er probeweise auf dem Boden macht und dann das Pferd beobachtet. Immediatly ergab sich ein krasses Gähnen, Lecken und Kauen, dann auch ein abschnauben – für ihn das Zeichen: so wird’s gemacht!

Er hat sehr bereitwillig alles erklärt und hatte a good saying: „I am happy, but I could be happier“ – und jedesmal wenn das so war, hat er z.B. auch das Eisen einfach wieder abgenommen und etwas verändert!

Nachdem die Hinterhand komplett beschlagen war (nach ca. 1 Stunde Arbeit!) hat er sich an das Assesment der Vorhand, der Schultern, der Beinachsen und der Hufstellung vorne gemacht und dann ebenso verfahren wie an der Hinterhand. Auf diese Art und Weise dauert es um die 2,5 Std ein Pferd rund um zu beschlagen, aber man konnte sehen und wenn man die Muskeln angefasst hat auch fühlen, wieviel mehr happy und lockerer das Pferd wurde.

Ich habe schon früher bei Tonys Lehrmeister Jim Crew sehr gern zugesehen und fragen gestellt, wenn er Lindas Pferde beschlagen hat, und immer wieder kickt mich dieser ganz andere Ansatz und die Art und Weise über Hufbeschlag nachzudenken. Ich verstehen leider immer noch nicht genug von der Theorie dazu, auch weil ich ja nun mal kein Schmied bin, aber ich sehe wie die Pferde reagieren und davor und danach laufen und das ist schon oftmals ein ziemlich großer Unterschied ins Positive!

Mehr oder weniger gleichzeitig kam dann eine Futterladung, die wir geholfen haben vom LKW abzuladen und der Tierarzt um für alle Pferde erforderliche Gesundheitszertifikate auszustellen. Es war der gleiche Tierarzt, der damals im Notfall hier war Na’vis Bein operiert hat. Es wurde geröntgt, um zu sehen, wie es jetzt inzwischen aussieht, und die Heilung geht gut voran. Er ist regulärer TA mit Klinik aber lehrt auch am Chi-Institut Akkupunktur, ist Chiropraktiker und befürworte von Laser Anwendungen am Pferd. Ziemlich breit aufgestellt.

Da es weiterhin geregnet hat, haben wir eine Video Session im Studio gemacht und Lindas letztjährigen Unterricht mit Arthur Kottas angesehen und besprochen. Sehr interessant für mich, wie jedes Auge eine andere Sache sieht, jeder achtet auf andere Dinge und stellt andere Fragen – so bekommt man insgesamt ein ziemlich rundes Bild.

Am frühen Nachmittag sind wir alle zusammen (Linda, Ryan, Rachel, Amy, Eef und Annemyke, Sue und ich) zum Lunch gefahren, und haben Sushi gegessen. MJAM und das war eine sehr nette Runde!

Zurück im Stall sah es ein wenig aus, als ob eine Bombe eingeschlagen hat. Also haben wir erstmal die Boxen gemistet, die Stallgasse gefegt, das Futter vorbereitet und verteilt und dann Rachels neues Pferd und Ready zusammen auf einer Koppel vergesellschaftet, was sehr schnell und sehr reibungslos verlief.

Zweite Sache, die mich immer wieder beeindruckt, wenn ich hier bin ist, wie außerordentlich motiviert jeder hier bereit ist, einen wirklich guten Job zu machen und teilweise harte Arbeit mit hohem Zeiteinsatz zu leisten. Ich habe noch nicht erlebt, dass sich jemand versucht zu drücken, im Gegenteil, es ist manchmal schwer, auch was machen zu dürfen ;-)

Ich bin jedenfalls platt heute, habe noch meine Wäsche gewaschen, damit ich wieder ein paar warme Sachen habe, wenn es am WE wieder kalt werden soll. Morgen haben wir einen coolen Ausflug geplant  - das wird spannend!

Di 09.01.2018

Zur gelben Stunde habe ich das Haus verlassen, krasses Licht! Es hat leicht geregnet, es waren eine Menge Pferde im Stall, weil der Schmied seit gestern hier ist. Eef und ich haben einen netten Chai zusammen getrunken.

Als Linda kam hat der Regen glücklicherweise bald aufgehört, so dass wir die Pferde holen und satteln konnten. Apollo hat heute Trabstangen zum Warmup gemacht – NICHT seine Idee von Bewegung. Zuerst hat er immer auf den Zirkel hinter mir angehalten, irgendwann brauchte ich mich nur noch nach ihm umzuschauen, dann ist er mit viel gehüpfe weiter. Nachdem wir endlich ein paar anständige Runden geschafft haben, habe ich aufgehört. Alle anderen waren schon aufgestiegen und ich habe sie zum Playground vorgeschickt.

Nachdem wir ein gutes Trensen und Herankommen zum Aufsteigen hatten, sind wir langsam zum Playground hinterher geschlendert – bis ich deutlich donnernde Hufe auf Asphalt hinter mir höre! Ich schaffe es gerade noch Apollo an einem Zügel zu biegen, als Jazz auf uns zu steuert und nur sehr knapp an uns vorbeifliegt. Danke Jazz!

Wir drehen noch ein paar wilde Runden auf der Stelle, dann springe ich erst mal ab. Jetzt müssen wir weiter laufen, denn Apollo ist deutlich zu groß um vom Boden aus wieder hoch zu kommen und dabei nicht den Sattel komplett auf die Seite zu ziehen. Am Playground angekommen, erweist sich das als ganz gut, denn Rachel spielt mit Dylano, wobei ich gern zusehen möchte.

Sie wiederholt die gleichen Übungen, die Ryan gestern gezeigt hat, und wenn ich das gestern nicht gesehen hätte, wäre es heute eher langweilig gewesen, auf der Skala definitiv eine gute 7. Trotzdem ist es sehr schön zu sehen, sie nimmt sich die Zeit die es braucht, macht immer wieder Pausen, und fragt trotzdem alles nacheinander ab. Ergebnis: Dylano sieht reitbar aus, und sie tauscht das Lasso gegen Zügel und schwingt sich erst auf das bareback Pad und liegt auf dem Pferd, bevor sie sich setzt. Auch hier ganz viel friendly Game, leading rein start, ein wenig vorwärts, seitwärts und rückwärts.  Dylano sieht aus, als würde er nie etwas anderes tun, ist ruhig und sehr gelassen. Das ist das Pferd, das sich mit Sattel (und Reiter, wenn er noch drauf war) gegen die Bande geschmissen hat!

Es war für mich sehr beeindruckend und schön das zu sehen, nachdem ich ihn hier schon ein paarmal getroffen habe und einige Stationen seiner „Wiederherstellung“ live miterlebt habe.

Alle anderen waren zwischenzeitlich mit Reiten fertig, Linda hat gefragt, ob wir beide noch einen kleinen Trailride zusammen machen, klar! Nachdem wir den Playground auf der anderen Seite verlassen haben (einige Zäune sind dem Hurricane zum Opfer gefallen), konnten wir ein Feuer mit viel Rauch an einer Ecke des Grundstücks sehen, was Apollo plötzlich ziemlich aus dem Häuschen gebracht hat, obwohl Highland komplett ruhig war.

Er hat sich erst wieder beruhigt, als wir uns wieder entfernt haben, aber dann war alles wieder ok! Zurück im Stall haben wir abgesattelt, Beine abgewaschen und die Pferde zurück zur Koppel gebracht.

Den Rest des Nachmittags habe ich mit Theorie verbracht!

Da Ralph heute nicht hier ist, war ich abends mit Jae (und ihrem Hund Izzy) bei Horse & Hound zum Dinner. Crazy Florida Weather: wir konnten heute Abend draußen sitzen.

Morgen kommt mein zweites Pferd :-)

Mo 08.01.2018

Beim Grooming heute Morgen fiel mir auf, dass Apollos Schultern relativ fest sind, und nachdem ich mit Putzen fertig war, habe ich sie ein wenig behandelt, was er allerdings nur sehr bedingt gut fand – immer wieder hat er einige Runden durch den Stall gedreht, bevor ich weitermachen konnte.

Nach einer kurzen Theorie Einheit war die erste Session des Tages eine Demo von Ryan mit Dylano im Roundpen, um die ich gebeten hatte, weil ich ein relativ schwieriges Problem im gleichen Segment zu Hause zu lösen habe. Thema ist die Vorbereitung auf das Reiten. Was hat er gezeigt: dem Pferd beibringen Vorwärts zu denken, Friendly Game mit dem Lasso und wenn das geht, Yield from Pressure. Ich habe im Anschluss gefragt, wie gut die Session seiner Meinung nach gelaufen ist und er sagte -2 von inzwischen normalerweise 7 oder besser! Ich war mega happy darüber, dass ich das genau so sehen konnte - und wenn man bedenkt, dass es bis -10 gehen kann, ist mir sehr bewusst wie krass das werden kann. Ich habe Linda nach den Voraussetzungen dafür gefragt, ihre Antwort war keine für das Pferd, aber von seitens des Menschen “very high rope handling skills“.

Was habe ich gelernt: NE MENGE! Ich bin einmal mehr sehr beeindruckt, von der Kraft, Schnelligkeit Athletik eines Pferdes und davon, wie schnell Pferde lernen können (7-10mal schneller als der Mensch!), wenn man ihnen die Chance dazu gibt! Für ähnlich krasse Probleme brauchen Menschen deutlich länger, um darüber hinweg zu kommen, wenn sie es überhaupt schaffen. Das Pferd findet einmal die Lösung und wird sie immer wieder finden können.

Ich befinde mich außerdem gerade im Stadium bewusster Inkompetenz: ich weiß, was ich nicht weiß! Und jetzt werde ich üben, erstmal nur mit dem Zaun, dann mit einem Pferd, dem das hoffentlich nichts ausmacht und mich so sehr langsam vortasten und sehen, ob ich mein Skillset um diese Fertigkeiten erweitern kann!

Wieder im Stall haben wir die Pferde gesattelt und aufgewärmt und sind zusammen zum Playground geritten. Rachel mit Highland, Ryan mit Patrick und später kam noch Eef mit Zen dazu. Zuerst haben wir eine Schritt-Runde gedreht, Jazz ist frei „mitgelaufen“, weil er ein Shim unter dem Hufeisen verloren hat. Daran muss man sich immer erstmal gewöhnen, wenn man „normale“ Ställe gewöhnt ist. Denn Jazz ist immer mal wieder krass raschelnd durchs Gebüsch gestreift und hat im See ein Bad genommen, um von dort aus wieder volle Hacke an uns vorbei zu rennen und so weiter. Bin gespannt, was das Pferd dazu sagt, das am Mi noch für mich kommt ….

Apollo fühlte sich heute schon körpertechnisch etwas mehr auf einer Linie an als gestern – und super interessant, als ich an Linda vorbeikam, sagt sie zu mir „seine Schultern sehen lockerer aus“, worauf ich ihr erzählt habe, dass ich die heute Morgen kurz behandelt habe. In der Tat hatte ich deutlich weniger Stolpern als gestern. Ich habe heute an Übergängen gearbeitet, Schritt Trab und vorwärts. Auf großen langen Linien über den Playground findet er das deutlich leichter! Dreimal hat er mir hintereinander auf einer langen Runde um den See angeboten zu galoppieren, das habe ich dann angenommen. Es ging wegen dem uneben Boden nicht sehr lange bevor er wieder ausfiel, aber immerhin, damit war ich ziemlich happy und habe auch nicht nochmal danach gefragt, sondern eine Pause gemacht bei und Linda in der Arena beim Unterricht zugesehen. Als ich’s ihr erzählt habe, hat sie gefragt, ob er nicht gebockt hat – hm nö, glaub das war Galopp 8-)!

 Sie hat mir dann nochmal auf meine nächste Runde den Hinweis mitgegeben, mal nach rückwärts und seitwärts zu fragen, aber das ging beides wirklich sehr einfach – wovon sie auch überrascht war. Hm, ich habe also offensichtlich einen sehr guten Apollo Tag erwischt heute! Vielleicht ist er auch happy, dass er mal wieder „mitspielen“ darf.

Heute war es übrigens deutlich wärmer als die letzten Tage! Am Morgen waren es schon ca. 8 Grad, also kein Scheiben kratzen, und ich konnte beim Reiten alle Jacken ausziehen, ca. 20 Grad am frühen Nachmittag! SCHEE isses :-)

Jetzt werde ich mich mal an die Übersetzung eines meiner Theorie-Vorträge ins englische machen!

Zitat des Tages "Wer aufhört, besser werden zu wollen, hört auf, gut zu sein." - Marie von Ebner-Eschenbach

So 07.01.2018

Heute Morgen war zum täglichen grooming auch Rachel aus Australien hier, sie bleibt bis Mitte Februar. Wir haben zuerst die Pferde und dann das Sattelzeug geputzt, bis Linda kam. Dann hatten wir eine kurze Theorie Session im Studio.

Heute war Dylano mit dem Körperband an der Reihe. Alle wollten zusehen, also haben wir keine weiteren Pferde mit zum Playground genommen. Warmup ohne Körperbänder geht nur am Lasso und ist auch da ziemlich spektakulär – es sieht ein wenig aus als wenn Delphine durchs Wasser springen. Ziemlich LBE, Bewegung mit Spaß eben ;-) .

Dann erstes Band unter dem Bauch befestigt, das hat dann zu einigem Experimentieren geführt, aber lief ziemlich gut. Also auch das zweite Band um die HH befestigt und dann kamen offensichtlich alte Erinnerungen hoch. Immer wieder lief er normal, dann gabs es wieder kicken und bocken Anfälle, dann wieder abschnauben und versuchen herunter zu kommen und dann alles wieder von vorn. Ziemlich bald konnte man ein Schwitzen um die Ohren und Nüstern und ein zusammengekniffenes Maul sehen. Irgendwann hat er einfach auf dem Trab angehalten, sich dann ohne Eile hingelegt und kurz gewälzt (JA mit Sattel und NEIN niemand hat das verhindert). Als er wieder aufstand gings ihm besser und er konnte anfangen seine Haltung und Bewegung zu ändern, dann haben wir aufgehört und alles ausgezogen und ihn frei gelassen.

Dylano blieb noch bei uns, solange wir alles besprochen haben, hat sich nochmal ausgiebig gewälzt und wollte noch gekratzt und gekrault werden. Das Maul war allerdings noch eine ganze Weile fest und hat „Löcher“ in seinen Backen erzeugt.

Danach haben Linda Jazz, Rachel Highland und ich Apollo fertiggemacht. Rachel hat mit Highland nochmal mit dem Körperband gespielt, während ich Apollo am Boden aufgewärmt habe. Er ist Lindas „golden child“, ein 9 jähriger, palomino-farbener Oldenburger LBE Wallach. Voransage ist: Apollo ist von seiner Ausbildungsstand eher 3-4 Jahre als statt 9, weil er immer mal wieder verletzt war. Er sollte keine engen Wendungen oder Übertreten gehen, sein Kopf ist seine Waffe, er könnte am Boden versuchen weg zu ziehen und er galoppiert nicht unter dem Reiter, …. weil er keinen Bock hat!

Wir haben ein wenig point-to-point gespielt, dann mussten wir kurz das Rückwärts besprechen, danach ein paar travelling circles im Trab, alles lief glatt und sah für mich reitbar aus. Nochmal kurz bei Linda nachgefragt, ob er mehr Warm-up benötigt, sie sagt nein, also weiter zum Reiten!

Beim Trensen ergab sich ein gewohntes Bild, man muss sich keine Sorgen machen, ob er das Gebiss nimmt, sondern was sonst noch alles in seinem Maul landet ;-). Aber damit kenne ich mich ja aus! Da er mindestens so groß ist wie Leo, sind wir zum Aufsteigen zu einem umgefallenen Baumstamm gelaufen – herankommen, aufsteigen alles gut. Er hat kurz mal in den Rückspiegel geschaut und versucht in meinen Fuss zu beißen, aber ging dann bereitwillig los.

Dann hat er einen kurzes Testprogramm gefahren und ist erstmal frisch, fromm, fröhlich, frei los getrabt – ich habe die zero-brace strategie gefahren und ihm nichts zu diskutieren gegeben und bin einfach so schnell geritten wie er gelaufen ist, am halb langen Zügel und ohne zu lenken. Dann ist er mit viel abschnauben durchpariert und hat einen neuen Plan ausgeheckt. Er wurde im Schritt langsamer und langsamer, also hab ich ihn nach Trab gefragt. Er ist bereitwillig angetrabt, aber auch da sehr bald immer langsamer geworden. Und ich bin mit ihm langsamer geworden, aber mein Körper ist (ohne am Schenkel Druck zu machen) einfach im Trab geblieben –„I am trotting, how about you?“ – was ihm sehr schnell zu anstrengend wurde und er wurde wieder fleißiger! Danach habe ich die Sache mit dem Lenken ausprobiert, aber das war dann kein Thema mehr.

In der Tat reitet er sich wie ein sehr junges Pferd, holpert etwas durch seinen Körper und man hat das Gefühl die meisten Körperteile gehen nicht zusammen in die gleiche Richtung. Um seine Kondition war es auch nicht zu gut bestellt, so dass ich an dieser Stelle für heute aufgehört habe und lieber noch Lindas Unterricht mit Rachel zugesehen. Dylano hat sich zwischenzeitlich auch wieder zu uns gesellt – wie nett!

Als wir fertig waren, haben wir alle Pferde auf die Koppeln gebracht und auch die dort verbliebenen aus ihren Decken befreit, weil es heute Nachmittag dann noch nett warm geworden ist.

Am Nachmittag habe ich ein paar Online-Studien betrieben und mit Jae noch ihr Pferd Chloe besucht und die Abendfütterung durchzuführen und sie einzudecken.

Ab morgen soll es wärmer werden, tags über 20 Grad und nachts um die 8-10 Grad :-)

 

Sa 06.01.2018

Ich bin schon um 7h wieder aufgestanden, das war allerdings nicht schwer, weil meine innere Uhr um diese Zeit noch auf 13h eingestellt ist. Da es nachts -3 Grad waren musste ich heute Morgen bei meinem Auto Scheiben kratzen.

Um 8:15h war ich auf der Ranch, wo ich zuerst mal nur die Pferde getroffen und begrüßt habe, aber sehr bald schon Eef dazu kam, die auch seit gestern hier ist. Wir haben die Pferde geputzt und dann zum Aufwärmen im Studio noch einen Tee zusammen getrunken.

Um 9h kam Linda dazu und wir haben uns erstmal alle auf den neusten Stand gebracht, denn zuletzt haben wir uns auf der Masterclass in Holland bei Eef gesehen. Jeder hat kurz berichtet, was er seitdem gemacht und neu gelernt hat. Danach haben wir noch kurz die Pferde besprochen und Linda hat einen kurzen Ausblick auf ein paar Field Trips gegeben, die wir machen werden.

Ich habe für Linda eine Equicore Schabracke und Bänder mitgebracht. Wir haben beschlossen, diese zusammen mit Highland zu testen. Gesagt, getan. Ich habe die Bänder an die Schnallen gebaut, wir haben gesattelt und auch eine Trense mitgenommen und sind zum Playground gegangen.

Linda hat zunächst ohne die Bänder mit Highland gespielt, dann haben wir nur das Bauchband befestigt, und schließlich auch das um die Hinterhand. Highland hat sofort angefangen mit seinem neuen Körpergefühl zu experimentieren – langsamer und schneller bis zum richtigem Tempo, Kopf-Hals-Haltung, Dehnung und Aufrichtung. Es war sehr interessant ihm zuzusehen.

Man konnte gut hören (Tritte werden leiser) und sehen (das Pferd federt deutlich mehr), was sich mit den Bändern geändert hat, und dass obwohl er bereits ein ziemlich gut trainiertes Pferd ist. Dafür auch beachtlich, wie schnell man sehen konnte, dass es anstrengend war, weil er deutlich schwerer geatmet hat.

Am Schluss ist Linda Highland nochmal damit geritten und hat gesagt „it’s like riding the big green ball“ :-) ! Ihr Fazit: mit dem System kommt man schneller an den Punkt, an dem das Pferd sich besser trägt und es bleibt deutlich länger und lieber in dieser Haltung.

 Obwohl kein anderes Pferd mehr im Stall war, als wir zurückkamen, ist Highland noch ganz lange bei uns geblieben, als wir ihn abgesattelt hatten.

Den Nachmittag habe ich dazu genutzt mir erstmal wieder die Florida Karten auf mein Handy zu laden, damit ich es als Navi nutzen kann und dann einkaufen zu gehen. Bin jedes Mal wieder erstaunt, wie teuer Lebensmittel hier sind! 140 USD für ein paar Grundnahrungsmittel – ohne dass was Dolles dabei ist. Es gibt hier eine Flut von Plastik und Umverpackungen, das ist einfach viel zu krass!

Ralph hat heute Abend für uns Porkchops im Airfryer gemacht – lecker. Ich habe den Salat dazu gesponsert und die Icecream (wahlweise Tripple Choc oder Choc Chip Mint).

So, jetzt ist es 20h, ich bin hundemüde und gehe jetzt schlafen!

Fr 05.01.2018

Gestern ist, pünktlich vor meiner Reise, mein iPhone bananas gegangen – d.h. entweder es reagierte gar nicht auf den Touchscreen oder rieft völlig selbständig Leute an und schriebt Nachrichten, ohne dass auch nur Finger in der Nähe des Screens waren. Nachdem ich den halben Tag mit dem Apple Support am Telefon und im Chat verbracht habe - ohne nennenswerte Hilfe zu erhalten sollte man vielleicht hinzufügen. Unnötig zu sagen, ich war MEGA gestresst!

Abends habe ich dann einen Hilferuf auf Facebook gepostet und WOW: super schnell hatte ich mehr als ein Hilfsangebot! Nochmal DANKE! Heute Morgen um 7h konnte ich mir mein Leihphone abholen, dann schnell das neue Betriebssystem laden und mein Handy aus dem backup (das es glücklicherweise gab) wiederherstellen!

Das war ziemlich knapp auf die letzte Minute fertig, um 11h gings los zum Flughafen, wo man mir vermutlich meinen Stress angesehen hat, denn erstmal wurden ich und mein komplettes Handgepäck auf Sprengstoff untersucht…… Zum Glück ist man ja eh stunden vorher da, so verkürzt sich damit einfach die Wartezeit.

Um 13:40h hat der Flieger abgehoben und der Kapitän hat uns gleich erklärt, dass wir wegen starker Winde über der See einen Umweg fliegen werden. Der Flug war dann überraschend ruhig und angenehm. Ich würde allerdings auch mal gern lernen wie man das nachmacht, dass manche Leute einfach einsteigen und kaum, dass sie sitzen auch schon einschlafen und erst nach 10 Std wieder aufwachen.

Es hat mich dann nochmal kurz beunruhigt, dass der Kapitän kurz vor der Landung sagte, dass falls das Flugzeug unvorhergesehen evakuiert werden müsse nach der Landung, alles Handgepäck im Flugzeug bleiben müsse. AHA! Wir sind 45 min zu spät gelandet, aber wurden dann zum Glück nicht evakuiert. Allerdings standen wir schon in einer Warteschlange, bevor wir überhaupt den Raum sehen konnten, in dem die Passkontrolle durchgeführt wird.

„Nur“ 2,5 Std später war ich da durch und konnte mit meinem Gepäck den Mietwagenschalter aufsuchen, wo man mir mitteilte, dass mein Leihwagen so ca in 15 min gebracht wird – es waren dann natürlich 30 min. Gegen 21:45h Ortszeit (3:45h in Deutschland) bin ich dann in mein Auto gestiegen und habe zu meiner Freude festgestellt, dass zwar die Navi App auf mein Leihphone kopiert wurde, nicht aber die Navigationsdaten. EIN TRAUM – wenn’s läuft, läufts!

Zum Glück war in meinen Papierunterlagen noch ein Zettel wo ich mir das mal aufgeschrieben hatte. Allerdings kann man den im Dunklen und allein im Auto bei teilweise 6 Spuren auf dem Highway nur sehr unzureichend studieren. Ich habe mich dann schnell entschieden, mich auf mein Gefühl zu verlassen und Schilder zu lesen und es auch irgendwie geschafft, Null mal falsch abzubiegen und auf den Turnpike Richtung Norden zu kommen.

Normalerweise bin ich gegen 22h bei Jae und Ralph und schaffe es sogar noch vorher einzukaufen zu gehen. Daraus wurde diesmal aus den bekannten Gründen leider nichts, so dass ich seit vielen Jahren mal wieder einen Mc Donalds aufsuchen musste, um ein paar Pommes und eine Big Mäc zum Abendessen zu bekommen.

So ziemlich genau gegen Mitternacht (6h in Deutschland) kam ich dann endlich an.