"Versuche, wenn du das Pferd
in irgendeiner Weise bedienst,

zu erfühlen, wie du auf es einwirkst,

und was es dann von dir will.

Wenn du zunächst auf seinen Willen

einschwenkst, wird es später auch

auf deinen Willen einschwenken!"
(Prof. Paul Tholey)

Do 20.04.2017

Business as usual heute, morgens Pferde putzen, als Linda kommt besprechen wir zunächst meine Fragen und mein Goalboard.

Mein Warmup mit Na’Vi am Boden besteht aus langer intensiver Phase 1 und dann Phase 4. Der Ausdruck auf ihrem Gesicht ändert sich sofort von gelangweilt zu interessiert :-). Ich kann sogar circling mit Übergängen und change of direction fragen ohne ein einziges Mal ein Quiecken oder pissige Ohren zu bekommen. Linda sagt „that was a really good warmup“.

Wir satteln und reiten Richtung playground. Die Kühe mit ihren Kälbchen sind frei und laufen überall herum. Highland läuft frei mit uns und ist on fire! Immer wieder schiesst er los, buckelt was das Zeug hält oder grätscht uns in den Weg. Heute betreibt er es so dolle, dass selbst Jazz und Na’Vi sich ein wenig anstecken lassen von seiner überschäumenden Energie. Leider hat keiner von uns sein Handy mit, es war wirklich beeindruckend!

Nach einer großen Runde über den Playground und due Hügellandschaft haben wir mit den Training begonnen. Mein erstes Ziel: am langen Zügel freely forwards. Zuerst hatte ich „neee, ich gehe nicht“ und dann „na gut, du hast es so gewollt, dann renn ich eben“ – aber nachdem ich auf zweiteres nicht (mit Reglementierung oder am Zügel ziehen) reagiert habe, sondern es einfach mitgemacht habe, wurde es recht gut und ich hatte viel Abschnauben.

Danach Ziel Nr 2: take the reins ohne regelmäßiges Zähne klacken. Zügel nehmen hat zuerst mein vorwärts wieder zerstört, aber nicht sehr lange, dann ging das Klackern los und ich musste relativ klar und deutlich werden ihr zu sagen, dass das nicht meinem Bild entspricht. Anfangs gab es Kopf hoch reißen und los rennen, aber dann recht schnell fing sie an zu überlegen, was sie tun muss, damit die crazy Blondine damit aufhört :-)! Zuerst konnte ich kein Klacken mehr hören, sie hat aufgehört die Zähne aufeinander zu schlagen – ich habe das belohnt. Dann brauchte ich immer den Schatten, um zu sehen, dass sie das Maul auf und zu gemacht hat. Sie hat sich wirklich gefragt, wie ich das jetzt mache - grins – it’s magic! Als ich auch da einige Meter mit geschlossenem Maul bekommen habe, habe ich aufgehört, uns im Schatten geparkt und Linda zugesehen.

Als wir fertig waren, waren die Kühe zwischenzeitlich bis zum Haus und Stall hoch gewandert. Also haben wir mit tatkräftiger Unterstützung von Highland – der der ganzen Sache etwas Schwung verliehen hat ;-) – die Kühe umzingelt und wieder Richtung Playground getrieben. Also ehrlich: das macht schon SPASS! Und wie viel einfacher es für die Pferde ist, das Ziel zu erkennen und mitzuarbeiten, als wenn man Dressur reitet…..  

Als ich zu Hause ankam, waren auch Jae und Ralph wieder von ihrem Urlaub auf den Bahamas zurück. Ich habe etwas Büro gemacht und dann dank meinem Geburtstags-Care-Packet angefangen Kardamom-Zimschnecken zu backen. Erst musste ich alles in cups umrechnen. Als der Teig fertig war, sollte er an einem warmen Ort gehen ….. Also: ab nach draussen, denn das Haus ist wohl klimatisiert. Ich hatte etwas Angst die Schüssel auf mein Autodach zu stellen, nicht das jemand noch die kostbare Fracht mitnimmt, also kurzerhand ins Auto und auf dem Fahrersitz platziert und sicherheitshalber den Timer gestellt, damit ich nachher einen kleinen Mietwagen voller Hefeteig habe ;-). Aber alles hat super geklappt und selbst Jae, die nicht viele Dinge isst, fand sie köstlich.

Ich habe den weiteren Abend mit Notizen, Videos und online-Studium verbracht.