Di 18.03.2014

Hier ist es 19:30h, ich habe es bis zum Gate 84 im Orlando Int. Airport geschafft und sitze neben der Steckdose, um mein Telefon wieder aufzuladen, dass mich vorhin „verlassen“ wollte.

Der Morgen hat um 8h mit einer Einführung von Nancy in Mechanical Link begonnen. Nancy ist die „flicky lady“, wie Linda sagt., und so ganz in dieser Welt lebt sie nicht ;-). Es ist ein bissel anstrengend ihr zuzuhören, angenehm ist, dass sie niemand überzeugen möchte.

Nach einer Stunde beginnt sie das erste Pferd zu untersuchen. Basically ist der Hintergund sowas wie eine noch feinere Stufe von Osteopathie. Am längsten dauert die Annamnese, dabei fühlt sie mit ihren Händen am Körper entlang, bewegt „soft tissue“ hin und her und fühlt, wo sich etwas nicht bewegt, zu heiß oder zu kalt ist und merkt sich diese Stelle. Am Schluß vergleicht sie alle diese Stellen miteinander und sucht die „primar lesion“ = stärkste Stelle. Dort „flickt“ sich die Haut und das Gewebe hin und her bis sich alles frei bewegt. Dann checkt sie die anderen Stellen und schaut, ob sie noch da sind, oder sich in Luft aufgelöst haben. Und tatsächlich, wenn einige der anderen Stellen gibt es nicht mehr, und die die es noch gibt, werden nach dem gleichen Prinzip weiter behandelt. Pro Pferd hat das nicht länger als 30 min gedauert. Alle Pferden haben die varkanten Stellen angezeigt, waren super entspannt und schienen die Behandlung zu genießen.

Vor der Mittagspause hatte ich dann meine Behandlung. Zuerst steht man vor einem Spiegel und schaut welche Hüfte und welche Schulter höher ist und wie viel, beugt sich einmal nach vorne und nach hinten und sieht, wie sich Rücken und Hüfte bewegen. Dann geht’s auf die Liege, und sie beginnt genau wie beim Pferd den Körper zu untersuchen. An sich selbst fühlt man sehr gut, wenn sich z.b. die linke Schläfe frei bewegen lässt, die rechte aber nicht und ähnliches. Sie hat ein paar ziemlich feste Stellen an mir gefunden, die festeste, war neben einer Narbe an meinem Kopf, wo ich als Kind gegen einen Heizkörper geflogen bin. Als sie die weg „geflickt“ hatte, liess sich einiges wieder bewegen, was vorher fest war. Interessant! Alle Narben, besonderns wenn sie entstehen, wenn wir noch klein sind, wachsen nicht im Verhältnis mit dem Körper mit, und „ziehen“ damit an bestimmten Stellen und können damit Störungen verursachen. Sie mußte alle Narben behandeln, danach war vieles deutlich freier beweglich und vorm Spiegel konnte man sehen, Hüfte gleich hoch, Schulter nur noch geringer Unterschied, hin und her biegen geht einfacher.

Inzwischen fühle ich mich ein bisschen wie nach einem Boxkampf mit einem Gorilla, aber trotzdem relaxed und sehr müde. Außerdem lauernde Kopfschmerzen, obwohl ich seitdem total Durst habe und schon viel Wasser getrunken habe.

Nach meiner Behandlung habe ich noch Rhems Stall komplett ausgemistet, da er ab heute neue Koppelfreunde bekommt, weil er mit nach Colorado geht. Ryan wird ihn als Project-Horse mitnehmen und sie hoffen, ein Parelli zu Hause für ihn zu finden. Nach der Mittagspause habe ich noch eine Pferdebehandlung mit angesehen, dann bin ich zu Jae und Ralph gefahren, habe mich umgezogen, alles gepackt, Koffer nochmal gewogen – Punktlandung! Das Handgepäck ist allerdings elend schwer, aber das muss ja nicht auf die Waage :-).

Nach 4h bin ich in Ocala weg gefahren, weil ich mit einigem Verkehr rund um Orlando zum Feierabend gerechnet habe, habe aber glücklicherweise nur einmal kurz im Stau gestanden und war kurz nach 6h im Flughafen. Leihwagen zurück geben, Koffer einchecken, und ab durch die Ge(s)ichtskontrolle. Wäre es eine Ge(w)ichtskontrolle, wäre das Flugzeug auf jeden Fall deutlich leerer. Leider ist die Klimaanlage auf Frost geschaltet, so dass ich schon mit zwei Jacken hier sitze. Jetzt sind es noch knapp 20 min zum Check in, also bis demnächst :-)