"Versuche, wenn du das Pferd
in irgendeiner Weise bedienst,

zu erfühlen, wie du auf es einwirkst,

und was es dann von dir will.

Wenn du zunächst auf seinen Willen

einschwenkst, wird es später auch

auf deinen Willen einschwenken!"
(Prof. Paul Tholey)

27.02.2013

Business as usual heute. Um 9h waren LeDancer und ich Richtung Playground unterwegs – ohne zu zögern ist er einmal komplett über die Brücke gegangen, dann im Trab in travelling-circling mit ein paar Sprüngen zurück zu der Stelle an der ich Trense und Helm deponiert hatte. Ergebnis eines sehr kurzen Warm-ups: CALM – CONNECTED – RESPONSIVE! Sehr gut!

 

Heute wollte ich in der fenced Arena reiten, weil LeDancer dort leicht emotional wird. Und wie Linda uns so schön vermittelt hat, es ist sehr wichtig „that your horse knows the GOAL!“. Und es ging gut los, nachdem ich nur eine lange Seite im Schritt am langen Zügel entlang geritten bin wurden die Schritte länger und er hat abgeschnaubt, perfekt. Durch den Regen gestern konnte man sehr gut unsere Fußspuren sehen. Das habe ich zur Visualisierung ausgenutzt und große, mittlere und kleine Kreise in einen großen Zirkel geritten, so dass man innerhalb die Richtung wechseln konnte. Mein Ziel: stay calm, die Hilfe: das Muster und wichtig für mich: don’t worry about anything else.

 

Und guess what: es ging ALLES! LeDancer blieb relaxed, Richtungswechsel, Tempowechsel, Gangartwechsel, Linksgalopp, Stellung/Biegung rechts, langer, loser oder kurzer Zügel, GoC, nichts konnte ihn aus der Ruhe bringen UND er hatte nach wenigen Runden immer die richtige Stellung und Biegung ohne dass ich auch nur irgendetwas dafür tun musste! Ich musste mich zwingen aufzuhören, so viel Spaß hat das gemacht. LeDancer war super zufrieden, hat immer wieder geschnaubt und war nur sehr leicht unter dem Sattel geschwitzt – großes YES!

 

Erkenntnis des Tages: Wie oft versuchen wir krampfhaft den Körper unseres Pferdes zu bewegen und zu trainieren, statt unsere Zeit darauf zu verwenden, sie MENTAL ins Boot zu holen!? („Does your horse know the goal?“) Wieviel einfacher wäre das jeder Umgang und jedes Training, wenn wir DAS perfekt beherrschen könnten….

 

Linda hat angeboten in der zweiten Pferderunde eine Demo für mich mit Na’vi zu machen, was ich sehr gern angenommen habe. Es war gut mal zu sehen „what would Linda do“ – und tröstend, dass Na’vi mit ihr die gleichen fiesen Gesichter, Schulen über der Erde und Tandren abzieht wie mit mir ;-).

Unbezahlbar: in der ersten Reihe zu stehen, alle Fragen stellen zu können und das gesehene mit ihr zu diskutieren! Mein Hirn war „toasted“ nach dieser Session. Na’vi und ich mussten ganz viel lecken und kauen, während wir den anderen noch beim Reiten zugesehen haben.

 

Dann Mittagspause bis 16h. Ich habe LeDancer schon vorher wieder von der Koppel geholt. How interesting: ich stelle mich an den Zaun, er schaut, ich schaue und denke an Hanna Somatics mit ihm, er kommt! und alle anderen auch ;-)! Wir haben alle Sachen mit den Beinen wiederholt, was eine gute Stunde gedauert hat, aber er hat unangebunden da gestanden und wieder super mitgemacht. Immer wieder tiefe Seufzer, wenn wir gerade einen ganz zittrigen Muskel hatten, ganz viel Lecken und Kauen. Ich war gerade fertig, als Linda wieder raus kam um Alure zu reiten. Ich mit LeDancer und Mollie mit Highland sind hinterher und haben zugesehen. LeDancer hat die komplette Zeit tief geschlafen – ich saß auf einer Tonne, Vinny auf meinem Schoß.

 

Zweite Erkenntnis des Tages: Wie häufig trainieren wir das ENDZIEL, das „fertige Bild“, während wir statt dessen lieber tun sollten, „what the horse needs“, denn dann bekommen wir so viel einfacher „what we want“!  Ich habe viele großartige live Demos und Videos von Pat und Linda gesehen und ich kann euch sagen, ich sehe sie beide N I E diese Dinge „trainieren“. Sie checken ihre Pferde, werten, was es ist, dass dieses Pferd HEUTE am nötigsten braucht, und sind so lange es eben dauert super geduldig, bis das Pferd genau das herausgefunden hat! Keine Bestrafung, kein Kampf, alles wird so optimiert, dass das Pferd am Ende einen Lernerfolg hat – was für ein Kontrast zu "Normal-Ville". Die Umgewöhnung wird mir wieder sehr schwer fallen.