21.02.2013

Morgens hab ich mich so gefühlt, als ob ich demnächst eine Erkältung bekomme – erste Hilfe  Vitamin C und Zink bei Jae bekommen.  Um 7:30h war ich auf der Ranch – zum Glück, denn die Instructoren hatten auf 8:30h vorgezogen und wie ich dann erfahren habe, sollte ich das Programm mit bestreiten.

 

Also habe ich LeDancer mal schnell schick gemacht und gesattelt, Trense und Gerte in das Golfcard gepackt und war right on time fertig, als everybody came. Die Truppe hatte eine Tour durch den Stall und wurde dann zum Playground vorgeschickt. Linda mit Jazz und ich mit LeDancer sind gefolgt. Beide Pferde hat es nicht wirklich hinter all den Raubtieren dorthin gezogen ;-). Wir haben ihnen Zeit gelassen.

 

LeDancer und ich waren Part 1 des Programms: Brücke und Plane am Boden. Ich brauchte nur 5 min Wiederholung von gestern, dann war er von rightbrain nach leftbrain gewechselt stand mit 2 Füßen auf der Brücke. Linda meinte, ich soll nach 4 Füßen fragen, was ich getan habe. Er hat das brav gemacht, aber dann festgestellt, dass er sich doch ziemlich fürchtet – also haben wir gewartet, ob er sich irgendwie bewegen möchte, aber nein. Dann sagte Linda, ich soll mich umdrehen und mit Zug auf dem Seil über die Brücke laufen, LeDancer hat zwei Schritte gemacht und ist dann seitlich von der Brücke gefallen – typischer Fall von „Augen zu – und durch“ im wahrsten Sinn des Wortes. (Caused by Emotional Resistance!) Er war selbst verdutzt sich am Boden wieder zu finden, hat sich also wieder hoch gerappelt und hat sich auch nicht aufgeregt. (Kann mir lebhaft vorstellen, wie einige Pferdebesitzer hierbei ausgefreakt wären, wenn ich das mit ihrem Pferd gemacht hätte :-)) Wir sind wieder rauf gekrabbelt, 2 Füße, 4 Füße, stopp, dann weiter – diesmal ist er etwas später runter gestolpert und nicht bis zum Boden gestützt – ein Fortschritt ;-)! Wir haben das noch so ca. 4x wiederholt, bevor er es geschafft hat mir über die komplette Brücke zu folgen. Er war die komplette Zeit leftbrain.

 

Dann sind wir zur Plane und haben das so ähnlich wiederholt, in den Pausen immer wieder mal zurück zur Brücke, dann wieder Plane, bis er ruhig drüber gehen konnte. Zwischendurch hat er sogar mit den Vorderfüßen aufgestampft, mit der Nase weg gezogen und ist mit den Vorderfüßen hoch gehopst – very very leftbrain, wie cool!

 

Linda hat anschließend mit Jazz in der fenced Arena eine Liberty Demo gemacht, ich habe getrenst und bin aufgestiegen und habe nach ein paar kleinen Reit-Checks auch zugesehen. Linda hat auch noch gesattelt und mich dann dazu gebeten und wir sind zusammen geritten, sie hat per Mikro für die Gruppe kommentiert. Tribüne, Lautsprecher und Personen waren für LeDancer NULL Problem (mehr). Wir hatten sofort Game of Contact going und konnten einfach nur cool angeben, Ich bin  wunderbare Kurzkehrts, im Trab Schenkelweichen,  Schulterherein, Traversalen und Galopp abwechselnd im leichten (verlängern) und Dressursitz (verkürzen) geritten. Die Instructoren und Linda waren gebührend beeindruckt :-) – HA – alles richtig gemacht!

 

Als wir die Gruppe verabschiedet hatten und zum Stall hoch geritten waren, haben wir die Pferde abgespritzt und auf die Koppel entlassen. Auf zur nächsten Runde. Ich hatte Na’vi gesattel, als Linda vorbei kam und fragte, ob sie schon gebockt hat – na das sind ja Ausichten! Sie ist Highland geritten, Mollie  eins ihrer Pferde. Heute dachte Na’vi sich wohl, dass nachdem ich nun regelmäßig zu kommen scheine und sehr offensichtlich beabsichtige auch mal zu reiten, sie nun erstmal das komplette Testprogramm mit mir durchlaufen wird. Auf meine Fragen bekam ich nur „moment, gleich, vielleicht, 50%“ Antworten. Als ich damit nicht zufrieden war, hat sie das fieseste pissigste Gesicht aufgesetzt, was ich je gesehen habe. Und als ich ihr dann gesagt habe, dass sie mich so GARNICHT ansieht, ist sie von introvertiert zu extrem extrovertiert mutiert – alle Füße in der Luft, wildestes Bocken, Kicken und Rennen – ich immer hinterher. Immer wenn wieder ein Punkt an mich ging, hat sie gelackt wie eine Irre und wollte zu mir kommen! Und jedes Mal wenn ich die nächste Frage gestellt habe, war sie wieder „up in the air“, Schnauben wie ein Feuerdrache, Unverschämtheit, kann ja wohl nicht wahr sein! JETZT weiß ich, wieso ihre Züchterin sie hergegeben hat, keine weiteren Fragen euer Ehren. Ein Wunder, dass die beiden anderen bei der Action auf ihren Pferden geblieben sind und reiten konnten. Selbst Linda hat gesagt: „That one doesn’t look ridable today!“ …. ganz sicher nicht! Wir haben an einem guten Punkt aufgehört und Na’vi brauchte dringend eine Dusche. Als ich sie danach auf die Koppel gelassen habe, hat sie nochmal ein paar Rungen drauf gelegt, Rennen und Bocken was das Zeug hält. Man hätte denken können, sie war seit Wochen nicht mehr draußen – da hat noch etwas Adrenalin drin gesteckt.

 

Wir haben zwei Stunden Pause gemacht, ich war in der Pharmacy wegen Vitamin C und Zink und einkaufen. Und bei den Wegen die man hier zurück legen muss, habe ich es gerade so rechtzeitig geschafft zurück zu sein.

 

Ich habe LeDancer geholt und in seine Box getan, und er hat am meiner Tasche mit den Leckerli gerochen, die ich für Na’vi eingesteckt hatte. Also hab ich ihm eins angeboten und SIEHE DA: das neue Vertrauen zu mir als Führer hat doch tatsächlich bewirkt, dass er es gegessen hat und ein weiteres wollte – wie krass ist das denn?!?!?! (Zur Erinnerung dieses Pferd nahm KEINE Leckerlis, KEINE Äpfel, KEINE Karotten, KEINE Bananen) Ich hab mal direkt die Trense geholt und versucht, ob er das Gebiss mit einem Leckerli nimmt und „YES, of course“. Ich konnte das fast ein Dutzend mal wiederholen und er fand‘s cool.  Ich habe gesattel und als Linda kam, habe ich ihn aus der Box gebeten und zum ersten Mal ist er MITTEN in der Tür (zwei Füße auf dem hellen Beton und zwei Füße in der schwarz gummierten Box) total relaxed stehengeblieben! Doppelkrass! Ich musste das auch noch mit der Waschbox testen, er ist einmal raus und rein und dann ganz ruhig drin stehen geblieben. DREI NO-GOES AN EINEM TAG! Und wieder mal lernt man die echte Bedeutung von „it‘s not about the….“ – es geht NUR um Sicherheit, in seinem Fall Selbstsicherheit und Sicherheit mit mir als Führer.

 

Wir (Linda mit Alure, Ryan mit Mocha, Mollie mit einem ihrer Pferde und ich) sind zum Playground geritten und ich habe ihn gehen lassen wohin er wollte. Er ist sofort von den anderen weg und hat sich so neugierig umgeschaut, als ob wir noch nie dort waren – und in der Tat, ER war ganz offensichtlich noch nie mit offenen Augen dort! Das IST ein anderes Pferd! Ich bin der offenen Arena geritten, sehr sehr gut! Gar nicht mehr hinter der Senkrechten, Ohren vor und los geht die Reise. Linda war nochmal begeistert- ich auch. Sie hat mich gefragt, ob ich LeDancer bei Walter Zettl für drei Tage Anfang März reiten möchte! Was für ne Frage! Cooooooooooooooooooooooooool!